Dienstag, 11. Oktober 2005

Abschiede

Das Schöne, wenn man einem Uni-Institut arbeitet, sind die klugen Studenten, die man über einige Semester hinweg kennenlernt. Schade, wenn sie davonziehen, in ihre jeweiligen Heimatländer (Australien, z.B.), oder ins nächste Land (Puerto Rico, z.B.). Verdammte, glückliche Kosmopoliten. Cliodhna, ich werde Dich vermissen. (kinda harsh to visit one of those hoppy-bunny-blogs over at yayhooray and be bluntly told by their standard box: "cliona is not your buddy and is not online." shit. what about "and btw. nobody loves you, loser"). Wer sitzt jetzt abends am Kamin, oder fröstelnd in eine Decke gehüllt beim Frühstück im Garten und zankt sich mit mir über Fodor und Funktionalismus? Mario? Eva? - Alle weg.

Die Sprache der Geschichten

Gerade hab ich den Carr heruntergeputzt, weil er Wikipedia als paradigmatisch für das Neue Web behandelt. Und ich habe nicht gesagt, wie das neue Paradigma aussieht.

Weiß ich auch nicht.

Aber der erste Schritt kann in der Erfindung einer Art Meta-Sprache bestehen. Eine Sprache ist eine Menge von Constraints (Beschränkungen, Regeln) zur Erzwingung einer (syntaktischen) Struktur, der die semantische Struktur folgt. Wenn Wikipedia schlechte semantische Strukturen aufweist (z.B. unsortierte Sammlungen von Fakten unterschiedlicher Relevanz, Kontextualisierung und Zuverlässigkeit) in vielen Artikeln, dann liegt das daran, daß ihre Autoren nicht denselben Constraints folgen wie diejenigen von "professionellen" Enzyklopädien. Das Problem ist, daß die Regeln, denen "richtige" Autoren folgen, meist nirgendwo explizit gemacht werden. Carrs unausgesprochene These ist, daß das auch gar nicht möglich sei, weil diese Regeln lediglich dem professionellen Autor immanent seien und nicht ins System übertragen werden können.

Tatsächlich kann man bei den meisten schlechten Wikipedia-Artikeln jedoch explizit und objektiv sagen, was mit ihnen nicht stimmt. Eine Weise, das auszudrücken: Sie erzählen ihre Geschichten falsch. Und zum Geschichtenerzählen gibt es viele bekannte Regeln. Später mehr?

Die neue Kulturtechnik

Warum Wikipedia kein Kollektivgeist ist, und warum die Erlösung wahrscheinlich trotzdem kommt.

In einem nicht unbrillanten Kurzartikel namens Die Amoralität von Web 2.0 wendet sich Nicholas Carr vorgeblich gegen den euphorischen Erlöstwerdungswahn der von der nächsten Generation vernetzter Informationssysteme Transzendenz Erhoffenden. Hat er sich da einen formidablen Gegner ausgesucht? Wohl kaum, obwohl mir die Euphorie nicht fremd ist, die sich einstellt, wenn man darüber nachdenkt, daß Organisationsprinzipien des Denkens als Selbstorganisationsconstraints externalisiert und in eine Art kollektiven, aktiven und dynamischen Geist überführt werden könnten. Ein artifizielles Solaris, ein denkender Planet.

Aber gegen die Apostel (einige wenige versponnene Gestalten) dieses denkenden Planeten richtet sich Carr nur scheinbar. Zunächst verzerrt er das Bild, indem er unterstellt, die Anhänger solch einer Vision könnten das "Web 2.0" unmöglich als amoralisch sehen, sondern müßten es notwendigerweise moralisch aufladen und also gut heißen. Seine Argumentation sucht sich Wikipedia als angeblichen Prototypen dieses neuen Geistes, und er überführt die Debatte in einen Antagonismus zwischen Professionalität und freier Mediokrität. Wikipedia muß gut sein, um dem postulierten Transzendenzanspruch gerecht zu werden. Und Wikipedia ist nicht gut, sondern eine schlechte, weil unprofessionell getextete und editierte Stümperei, wie Carr an zwei Beispielen darlegt. Und folglich scheitert der Transzendenzanspruch von Web 2.0.

Natürlich ist die Argumentation ungenau und unlauter: gut im moralischen Sinne ist nicht gut in einem qualitativen Sinne. Das letztere hat eher etwas mit Zweckrationalität zu tun, mit der Eignung zur Erreichung von bestimmten Zielen (z.B. mit der Eignung als zuverlässige Enzyklopädie). Wenn Wikipedia dem nicht gerecht wird, dann nicht, weil sie bestimmten moralisch-normativen Ansprüchen nicht genügt, sondern weil Wikipedia nicht die richtigen Organisationsprinzipien implementiert, um sich in Bezug auf Zweckrationalität zu optimieren.

Im Grunde ist natürlich auch Carrs Anfangsargument zweifelhaft. Das Vehikel der Transzendenz kann auch bewundert werden, ohne daß damit eine normative Qualität einhergeht. So, wie der Olympus Mons Ehrfurcht auslöst und die von Google Earth porträitierten Vulkanlandschaften Kamtschatkas, so kann auch ein elektronisches Solaris begeistern, ohne daß es gut wäre.

Lebensfunktionen

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Novel Dewasa | Cerita...
very interesting article and contain useful information....
novelhot - 28. Jan, 01:26
Very nice blog, it contains...
Very nice blog, it contains lot of informations. Articles...
Cerita Sex (Gast) - 13. Okt, 21:32
Kisah Sex Nyata | Cerita...
Cerita Dewasa, Cerita Sex, Cerita Mesum, Cerita Bokep,...
Cerita Dewasa (Gast) - 13. Okt, 21:28
Prediksi Togel | Bocoran...
Prediksi Togel Hari Ini | Keluaran Angka Jitu | Ramalan...
Togel Hari Ini (Gast) - 13. Okt, 21:23
Ich muss mich gaarder...
Ich muss mich gaarder anschließen in allem. tja... Die...
tzso (Gast) - 11. Aug, 15:14

Suche

 

Ping

Online seit 4180 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 28. Jan, 01:26
iao