Ein-Weg-Kategorien

Schonmal aufgefallen, wie schwierig es sein kann, ein Gesicht gut zu portraitieren, während Landschaften und Stilleben viel einfacher hinzubekommen sind? Das liegt daran, daß wir Gesichter nicht als geometrisch-räumliche Arrangements verarbeiten, sondern gewissermaßen en bloc; wir trainieren ein Feed-forward-Netz mit Gesichtsdaten und klassifizieren damit Individuen und Ausdrücke. Diese Klassifikationsresultate erfahren wir bewußt - aber normalerweise nicht, wie sie zustandekommen.

Solche Einweg-Klassifikationen gibt es zuhauf: wir wissen oftmals sehr exakt, wann eine Kategorie anwendbar ist, z.B. erkennen wir Emotionen oder Gesten meist auch dann, wenn wenn wir nicht wissen, woran wir sie erkennen.

Im Falle von mentalen Kategorien wie Emotionen, oder auch Bewußtsein per se, ist das, woran wir sie erkennen, auch das, was sie sind - hier beschreiben die Begriffe nicht einen drunterliegenden neuronalen Mechanismus, sondern abstrakte, über diesem Mechanismus superveniente Eigenschaften. Der Umstand, daß uns nicht klar ist, was unser klarer Begriff da eigentlich klassifiziert hat, scheint uns eine Erklärungslücke aufzutun. Die Lösung besteht jedoch in derselben Übung, der sich ein Portraitmaler unterwirft: ignoriere das ursprüngliche Feed-Forward-Klassifikationsnetz und untersuche, welche Merkmale dieses Netz zur Erkennung herangezogen hat. Mach diese Merkmale explizit und dann untersuche ihre Beziehung. Voila!
Fluchtfliege - 26. Jan, 01:16

Explizit

Ist das Explizit-deklarative jetzt doch implizit?
Lücke zwischen Ich-Perspektive und Dritter Person?

Naja, ist wohl egal - solange die Begriffe funktionieren - ob ihnen wirklich das entspricht, was sie bedeuten sollen...

gruber - 26. Jan, 17:49

Explizit-Deklarativ...

Was - was?

Explizit ist jenes Wissen, das versprachlicht werden kann. Das sind Konzepte mit hohem Abstraktionsgrad und im Wesentiichen binären Verknüpfungen - das heißt, die Relationen sind mit sprachlichen Mitteln desambiguierbar.
Explizite Konzepte verweisen jedoch oft auf implizitem z.B. auf Farbklassifikatoren. Und selbstverstöndlich kann solches implizites Wissen nichtprozedural sein, also deklarativ.
Aber was ist daran so verwirrend, Früchtchen?
anna25bell - 26. Jan, 01:19

Am Anfang des Beitrages dachte ich mir noch es geht ums zeichnen gegen Ende war ich mir dann nicht mehr so sicher

Köppnick (Gast) - 26. Jan, 07:48

Rhein gefallen!

In der Tat, seinen ersten Satz hat der Herr Gruber sehr schlau formuliert, man könnte denken, er hat schon mal ein Portrait gemalt. Hat er aber wahrscheinlich nicht, stattdessen überlegt er sicher die ganze Zeit, wie er einen virtuellen Portraitmaler da rein bekommt. Seinen Beitrag hat er ja auch unter der Rubrik "Kognitives" verfasst.
Fluchtfliege - 27. Jan, 00:45

Hier stümmt was nich

(die Möglichkeit, direkt auf Deinen Kommentar zu antworten)

Implizit:
Verwirrend ist für mich zum Augenblick noch, wie die Information über einen bestimmten Verarbeitungsmodus (insgesamt), eine bestimmte Gewichtung der Aktivierungsstärke, "explizit", meta-mäßig, re-repräsentativ, deklarativ für weitere Verarbeitungsprozesse verfügbar gemacht werden kann.
Kann ein Output die Information über die Gewichtungen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben, repräsentieren?

Explizit:
Explizit ist jenes Wissen, das versprachlicht werden kann. Das sind Konzepte mit hohem Abstraktionsgrad und im Wesentiichen binären Verknüpfungen - das heißt, die Relationen sind mit sprachlichen Mitteln desambiguierbar.
Ui, ui? Jenes Wissen? Wissen, das versprachlicht werden kann? Wissen, das uns durch Versprachlichung als Wissen über Implizites
erscheint?
Du meinst, Worte als Abkürzungen, als Pointer, für bestimmte, implizit weitaus differenzierte bzw. mehrstufigere Relationen?

Wir können ruhig hier weiter machen. Hier ungefähr liegen meine Schwierigkeiten.

Flücht(ch)en?

gruber - 27. Jan, 11:34

Wie soll das weitergehen?

Bei dem Versuch, Deinen Kommentar zu parsen, scheitere ich jammervoll. Beim Umformulieren kommt bei mir heraus:
"Implizit: Wie wird die Information über die Art der Informationsverarbeitung als explizites Wissen an andere Prozesse ausgegeben?" - Wie kriege ich in dieser Frage "die bestimmte Gewichtung der Aktivierungsstärke" unter? Und was bedeutet die Frage?
"Explizit: (...) Sind Worte Abkürzungen (die dasselbe sind wie Pointer) für Relationen, wobei die Relationen differenzierter und vielschichtiger sind als die syntaktischen Bezüge zwischen den Worten?" und "Kann Wissen überhaupt versprachlicht werden, oder erscheint es durch Versprachlichung als implizites Wissen?" - Du siehst, ich verstehe leider nur Bahnhof und brauche allzuviel Phantasie, um Dein Gesagtes zu verstehen. Wenn ich diese Fragen beantworte, dann wird Dich das nicht befriedigen, weil Du vermutlich etwas anderes fragen wolltest. Geht das also etwas klarer, bitte?
Fluchtfliege - 1. Feb, 16:28

Genau!

So Bahnhof ist das gar nicht. Du hast mich schon verstanden. (Außer: Kann Wissen überhaupt versprachlicht werden, oder erscheint es durch Versprachlichung als implizites Wissen? aber das ist nicht schlimm)

wobei die Relationen differenzierter und vielschichtiger sind als die syntaktischen Bezüge zwischen den Worten?

Ja und eben nicht linguistisch funktionieren.
gruber - 1. Feb, 17:03

Fortgesetztes Nichtverstehen

Nein, ich verstehe noch immer nicht. Was wird aktierungsstärklich gewichtet? Wieso sind Abkürzungen dasselbe wie Pointer? Und wieso sollen die Probleme des konzeptionell falsch definierten Rahmens der Linguistik (die auf einem strikt lokalistisch-rekursiven und semantisch realistischen Sprachbegriff aufsetzt) dieselben sein wie die der Kognitionswissenschaft? (D.h. natürlich funktioniert klassische Linguistik nicht, wenn man erklären will, wie Sprache und Denken funktionieren. Ist also die falsche Disziplin.)

Die syntaktischen Bezüge zwischen den Worten (gemäß der klassischen Linguistik) sind nicht differenziert genug, um die syntaktischen Bezüge zwischen den Konzepten abzubilden. Das ist im Sprachgebrauch aber kein Problem, weil die serialisierbare, lokalistische natürliche Sprache die nichtserialisierbare, verteilte Sprache des Denkens ja nicht komplett abbilden, sondern bloß adressieren muß. Natürliche Sprache ist eine Zeigerstruktur in die Sprache des Denkens.

Lebensfunktionen

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beitr├Ąge

Novel Dewasa | Cerita...
very interesting article and contain useful information....
novelhot - 28. Jan, 01:26
Very nice blog, it contains...
Very nice blog, it contains lot of informations. Articles...
Cerita Sex (Gast) - 13. Okt, 21:32
Kisah Sex Nyata | Cerita...
Cerita Dewasa, Cerita Sex, Cerita Mesum, Cerita Bokep,...
Cerita Dewasa (Gast) - 13. Okt, 21:28
Prediksi Togel | Bocoran...
Prediksi Togel Hari Ini | Keluaran Angka Jitu | Ramalan...
Togel Hari Ini (Gast) - 13. Okt, 21:23
Ich muss mich gaarder...
Ich muss mich gaarder anschließen in allem. tja... Die...
tzso (Gast) - 11. Aug, 15:14

Suche

 

Ping

Online seit 4180 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 28. Jan, 01:26
iao