Das befreiende Gefühl, einmal abseits des geistigen Horizonts körperlich zu arbeiten, wird ja immer wieder von Schriftstellern oder Künstlern gepriesen; etliche „steigen aus“ und frönen dem „einfachen Leben“. Von den kommunistischen Steinzeitregimen, die Intellektuelle zwangsweise im Strassenbau oder bei der Ernte einsetzten, weisst Du natürlich auch – genutzt hat es diesen Ländern übrigens nicht.
Eine Republik der Genialen als ein real existierender Staat wird innerhalb kürzester Zeit zerbrechen (vermutlich schon aufgrund der ökonomischen Zwänge) – oder eine Sklavenkultur hervorbringen. Denn einer muss gelegentlich den Müll runterbringen. Die „Einsamkeit“, von der Du spricht (m. E. berechtigt), würde durch eine Verdichtung nicht aufgehoben, sondern eher befördert. Man stelle sich Kafka in einer solchen Republik vor – ohne „seine“ Versicherung (denn wer würde schon in einer Unfallversicherungsgesellschaft arbeiten wollen): Hätte er diese Werke so hervorbringen können?
Es ist etwas anderes, ob sich die Genialen zu gelegentlichen Treffen verabreden und austauschen und dann erfrischt wieder in die profane Welt abtauchen oder ob sie tagtäglich „aufeinanderhocken“.
Da nahe liegt, dass ich einer solchen Republik aus vielerlei Gründen nicht angehören würde – also nicht befangen bin – stelle ich einfach einmal die These auf, dass Genialität letztlich nur innerhalb einer gewissen Provinzialität „funktioniert“. Vielleicht ist dies ein naiver Gedanke. Und ich gebe zu, dass die Trivialisierung all dessen, was Kunst und Kultur ausmacht, für mich oftmals schwer zu ertragen ist und das Du vermutlich leidern wirst, wie ein Hund, oder?
Naiver Gedanke
Eine Republik der Genialen als ein real existierender Staat wird innerhalb kürzester Zeit zerbrechen (vermutlich schon aufgrund der ökonomischen Zwänge) – oder eine Sklavenkultur hervorbringen. Denn einer muss gelegentlich den Müll runterbringen. Die „Einsamkeit“, von der Du spricht (m. E. berechtigt), würde durch eine Verdichtung nicht aufgehoben, sondern eher befördert. Man stelle sich Kafka in einer solchen Republik vor – ohne „seine“ Versicherung (denn wer würde schon in einer Unfallversicherungsgesellschaft arbeiten wollen): Hätte er diese Werke so hervorbringen können?
Es ist etwas anderes, ob sich die Genialen zu gelegentlichen Treffen verabreden und austauschen und dann erfrischt wieder in die profane Welt abtauchen oder ob sie tagtäglich „aufeinanderhocken“.
Da nahe liegt, dass ich einer solchen Republik aus vielerlei Gründen nicht angehören würde – also nicht befangen bin – stelle ich einfach einmal die These auf, dass Genialität letztlich nur innerhalb einer gewissen Provinzialität „funktioniert“. Vielleicht ist dies ein naiver Gedanke. Und ich gebe zu, dass die Trivialisierung all dessen, was Kunst und Kultur ausmacht, für mich oftmals schwer zu ertragen ist und das Du vermutlich leidern wirst, wie ein Hund, oder?