Was mich irritiert: Daß Ihr Hochbegabten euer Hochbegabtsein als eine Art schicksalhafter Fügung auffasst. Die Folge dieser Fügung scheint ein Ausschluß aus der Gemeinschaft der Fernsehenden zu sein und ein Bewusstsein, es besser zu machen als die anderen, aber nicht verstanden zu werden. Dazu kommt: Die anderen amüsieren sich mit RTL und sind offenbar glücklich, den armen Hochbegabten ist das aber verwehrt -- wie ungerecht!
Das ist schon sehr einfach, die Berufung auf die eigene, nichthintergehbare Natur, die einen hilflos unfähig macht, die Gemeinsacht der anderen zu teilen. Eine Staatsgründung ist tatsächlich die klassische Lösung dieses Problems.
Nur wäre es so eine Sache mit der Einbürgerung. Die "einzige Frage", wenn man sie nicht gemeinschatsstiftend-allgemein, sondern auch nur irgendwie konkret stellen würde, hätte keine Trennschärfe mehr. Wer ist denn ein Schriftsteller? Barbara Wood nicht?
"Findest Du das Verhalten von Schriftstellern fremd?" - darauf antwortet auch mein Busfahrer gern mal mit nein und dann hat der RTL-guckende Schuft einen Pass in der Tasche.
"Findest du das Verhalten von Schlingensief absurd und fremd? Peymann? Marthaler? Ist dir der deutsche Film fremd?"
Vielleicht anders herum?
"Findest Du das Verhalten von Schlingensief intelligent? Peymann? Marthaler? Den deutschen Film?"
Es gibt diese natürliche Gemeinschaft nicht, die Du da behauptest. Es gibt die Gemeinschafts-Inseln des Geschmacks, je verfeinerter er ist, desto kleiner werden die Inseln, und dazwischen kann man nun natürlich Fremdheit oder Überlegenheit behaupten. Aber der Genien-Staat wäre nicht erträglicher als Deutschland. Es sei denn, Du nähmst exakt diejenigen Leute auf, die sich für ähnliche Sachen interessieren wie Du. Diesen Staat gibt es ja, er heißt Freundeskreis. Überraschenderweise sind da ja nicht nur Genies drin. So wichtig kann das mit der Hochbegabung also nicht sein.
Das ist schon sehr einfach, die Berufung auf die eigene, nichthintergehbare Natur, die einen hilflos unfähig macht, die Gemeinsacht der anderen zu teilen. Eine Staatsgründung ist tatsächlich die klassische Lösung dieses Problems.
Nur wäre es so eine Sache mit der Einbürgerung. Die "einzige Frage", wenn man sie nicht gemeinschatsstiftend-allgemein, sondern auch nur irgendwie konkret stellen würde, hätte keine Trennschärfe mehr. Wer ist denn ein Schriftsteller? Barbara Wood nicht?
"Findest Du das Verhalten von Schriftstellern fremd?" - darauf antwortet auch mein Busfahrer gern mal mit nein und dann hat der RTL-guckende Schuft einen Pass in der Tasche.
"Findest du das Verhalten von Schlingensief absurd und fremd? Peymann? Marthaler? Ist dir der deutsche Film fremd?"
Vielleicht anders herum?
"Findest Du das Verhalten von Schlingensief intelligent? Peymann? Marthaler? Den deutschen Film?"
Es gibt diese natürliche Gemeinschaft nicht, die Du da behauptest. Es gibt die Gemeinschafts-Inseln des Geschmacks, je verfeinerter er ist, desto kleiner werden die Inseln, und dazwischen kann man nun natürlich Fremdheit oder Überlegenheit behaupten. Aber der Genien-Staat wäre nicht erträglicher als Deutschland. Es sei denn, Du nähmst exakt diejenigen Leute auf, die sich für ähnliche Sachen interessieren wie Du. Diesen Staat gibt es ja, er heißt Freundeskreis. Überraschenderweise sind da ja nicht nur Genies drin. So wichtig kann das mit der Hochbegabung also nicht sein.