Yah! Antigravitation!

Die bei der ESA-Konferenz vorgestellten Antigravitationsexperimente erinnern sehr an die Gerüchte, die skandinavische Versuche mit rotierenden Supraleiter-Scheiben umrankten (über denen angeblich eine geringer (Erd-?)Gravitation gemessen wurde als anderswo). Inklusive Gravitationsabschirmung.

Wenn jetzt noch jemand die Ergebnisse unabhängig reproduziert...

Übrigens enthält das aktuelle "Spektrum der Wissenschaften" einen interessanten Artikel über die Konsequenzen der Untersuchung der Hawkins-Strahlung (die Strahlung, die aufgrund von Quanteneffekten aus dem Ereignishorizont eines Schwarzen Loches entkommt und deshalb zu dessen allmählicher Verdampfung führen sollte) für eine Theorie der Quantengravitation. Bekanntlich erfordert eine Vereinheitlichung von Quantentheorie und Relativitätstheorie sehr wahrscheinlich eine Aufgabe der Kontinuität der Feldtheorien. Damit geht dann aber möglicherweise die völlige Relativität der Bezugssysteme verloren. Ein absolutes Bezugssystem bedeutet jedoch praktisch die Wiedereinführung der Äthertheorie, oder?
Köppnick - 3. Apr, 19:17

Hm

Sich als Laie durch ein 28 Seiten starkes Papier mit aktueller Physik zu kämpfen, ist vielleicht doch zu viel verlangt. Ein paar heuristische Anmerkungen: In der Nähe rotierender Supraleiter hat man mit Sicherheit starke elektromagnetische Felder. Hier könnten "Antigravitations"effekte auch erklärt werden durch:
  • Eine starke Krümmung (2. Ableitung in der elektrischen Feldstärke) könnte auch elektrisch neutrale Gegenstände abstoßen oder anziehen, da die Summe der Kräfte auf den räumlich stärker konzentrierten positiven Atomkern und die weiter verteilte negativ Hülle nicht null ist.
  • Eine starke Krümmung der magnetischen Feldstärke bewirkt unterschiedliche Ströme (da reicht schon die Bewegung der Elektronen um den Kern), um ebenfalls wieder Kräfte zu erzeugen.
  • Eine unterschiedliche Energiedichte in unterschiedlichen Teilen des Feldes hat nach der Rel.theorie unterschiedliche Massenäquivalente zur Folge, hier wirken dann direkt Gravitationskräfte.
Ich persönlich tendiere zu einer "natürlichen" Erklärung durch die ersten beiden Punkte, die dritte Komponente dürfte nicht messbar sein.

Äthertheorie: Es gibt ja eine Unmenge Bücher, die immer und immer wieder bei unseren atomistischen Modellen die Ursprünge bei Demokrit sehen. Als ob dieser auch nur eine entfernteste Ahnung davon gehabt haben konnte, was heute so abgeht. So ähnlich dürfte sich das auch mit einer Neuauflage der Äthertheorie gestalten. Am Ereignishorizont eines SL hört die uns bekannte Physik auf, bleibt ja auch die Zeit "stehen". Dass das nicht ohne Brüche in den Theorien geht, sollte nicht verwundern.

Den Artikel in Spektrum der Wissenschaften habe ich leider noch nicht auftreiben können.

Köppnick - 4. Apr, 21:26

Artikel gelesen

Wenn der Artikel, auf den du dich bezogen hast, derjenige aus der Märzausgabe war, dann kann ich dort keinen Hinweis auf den "Verlust der Relativität der Bezugssysteme" finden.

Was mir allerdings bei diesem Artikel besonders aufgefallen ist, das ist der gespaltene Umgang der Physiker mit dem Begriff "Wirklichkeit". Einerseits scheint sich der Autor des Unterschieds zwischen Theorien und der "Wirklichkeit" bewusst zu sein, wenn er schreibt:

Trotz der radikal unterschiedlichen Beschreibung umfassen beide Theorien alles, was wir rundum sehen und aus Daten über das Universum zu erschließen vermögen. Wir haben keine Möglichkeit, zu entscheiden, welche Theorie "wirklich" zutrifft.

An den meisten anderen Stellen lässt er aber diese Vorsicht fallen. Ich hatte auch schon in anderen Artikeln den Eindruck, dass die Stringtheoretiker ernsthaft darüber streiten, wieviele Dimensionen das Universum hat. Was vollkommener Unsinn ist, denn die Dimensionen finden sich ja nur in den Gleichungen, mit denen sie es beschreiben.

gruber - 8. Apr, 12:27

Bezugssysteme

Um die unendliche Rotverschiebung zu vermeiden, muss moeglicherweise die Relativitaet der Bezugssysteme beschraenkt werden. Bedeutet das, das ein gemeinsames System eingefuehrt wird? - Ich glaube schon, denn nun gibt es einen Bereich maximaler Differenz, der absolut angegeben werden kann.

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