Jostein Gaarder entzieht Israel seine Anerkennung

Der norwegische Autor Jostein Gaarder, berühmt für sein eher schlichtes Philosophiepotpourri "Sophies Welt", hat am 5. August unter dem Titel Gottes auserwähltes Volk eine Prophezeiung gegen Israel getätigt, die, obwohl literarisch formuliert, in dieser Form in Deutschland wenig Chancen auf Erstveröffentlichung hätte: Gaarder spricht dem Staat Israel darin das Recht auf Anerkennung ab. Im Duktus des Propheten Amos sagt er den Zerfall der israelischen Staatsstrukturen voraus und bittet um Gnade für die Flüchtlinge - eine Prophezeiung, die der des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zu gleichen scheint: "Dieses Regime (...) muss von den Seiten der Geschichte verschwinden" (was üblicherweise falsch übersetzt wird mit "Israel muss von der Landkarte getilgt werden).

Gaarder hat also in ein Wespennest gestochen, die Reaktionen waren erwartungsgemäß heftig. In einem offenen Brief an die Norweger schreibt Shimon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum: "Gaarder geht weiter als jeder zeitgenössische Antisemit ... Gaadger seht sich danach, das Licht der jüdischen Souveränität auszulöschen und den ewig wandernden Juden erneut der europäischen Duldung zu überlassen - diesmal mit 'Milch und Honig' auf dem Todesmarsch".
Nach drei Tagen teilte Gaarder mit, um seine Sicherheit besorgt zu sein und sich nun aus der Debatte zurückzuziehen. Andererseits erhielt Gaarder, der den Text vor der Veröffentlichung mit Nahostexperten durchgegangen war, auch sehr viel Unterstützung von Juden, die sich nicht mit dem kriegführenden Israel identifizieren. Seine scharfe Kritikerin Mona Levin ("das Schlimmste, was ich seit Mein Kampf gelesen habe") traf er und überzeugte sie, kein Antisemit zu sein. Was also sind Gaarders Argumente?

Mädchen von Kiryat Shmona beschreiben Geschosse, die für den Beschuß des Libanon bestimmt sindIsraelische Mädchen beschriften Geschosse, die für den Beschuss des Libanon bestimmt sind. (Photo: AFP)

Zunächst: Natürlich verneigt sich Gaarder vor den Opfern der Verbrechen des Holocaust und der Judenverfolgung, und trotz seiner Radikalität durchsetzt Gaarder seinen Text mit den selbstverständlichen Verurteilungen von Terrorangriffen auf Zivilisten (durch Hisbollah), aber - fügt im gleichen Satz israelischen Staats-Terror hinzu. Er verurteilt die Entführung von Soldaten durch Hisbollah und Hamas, aber - er stellt ihr sofort die Entführung palästinensischer Abgeordneter und Minister gegenüber.
Vor allem jedoch: Er anerkennt das völkerrechtlich bestätigte Israel von 1948, aber - nicht das, was seitdem (aus seiner Sicht) daraus geworden ist, das Israel der Annexionen, das Israel, das der UN-Resolutionen und der Beschlüsse des Internationalen Gerichtshofs spottet, und das deshalb auch nicht hinter UN-Resolutionen Schutz zu suchen hätte. Er identifiziert den Staat Israel mit jenem radikalen religiös oder rassistisch fundierten Zionismus, der als rechter Mainstream die Regierung stellt, den Ausbau von Siedlungen vorantreibt und erbarmungslos Krieg führt. Diese Identifikation ist vermutlich die problematischste im Text. Ist es legitim, die radikalen religiösen und rassistischen Bevölkerungsteile Israels mit Israel zu identifizieren? Ist es illegitim, wenn doch diese Bevölkerungsteile die Politik des Staates Israel wesentlich zu bestimmen scheinen? Oder legitimieren gerade die jüdische und israelische Geschichte einen militanten Zionismus, der zur ethnischen und politischen Neuordnung des Nahen Ostens um der Existenz des jüdischen Staates willen gezwungen ist?

Ich glaube, dass Gaarder kein Antisemit ist, aber dem Zionismus kritisch gegenübersteht. (Allerdings gibt es auch Publizisten wie H.M. Broder, die Antizionismus für in jedem Fall antisemitisch halten und daraus dann sogar die absurd anmutende Konstruktion des antisemitischen Juden ableiten, um jüdische Antizionisten zu delegitimieren.) Die Anerkennung des Existenzrechts Israels gehört jedoch in Deutschland aus guten Gründen zur Staatsraison (Google findet im deutschen Internet übrigens 83.300 mal die Formulierung "Existenzrecht Israels", nur 76 mal wird das das "Existenzrecht Palästinas" erwähnt) und diese Anerkennung wird in der Regel als bedingungslos verstanden. Gaarder knüpft nun Bedingungen daran: die Unterordnung unter das Völkerrecht, die Wahrung moralischer, humanistischer Ansprüche in der Kriegsführung und im Umgang mit der arabischen Bevölkerung. Er vergleicht Israel mit Südafrika und macht klar, dass er mit Israel nicht das Land, sondern die staatliche Struktur meint - andererseits illustriert er auch, dass ein Zusammenbrechen des bestehenden Staates wohl einen teilweisen oder völligen Verlust des Staatsgebietes nach sich ziehen würde. (Tatsächlich präzisiert Gaarder anderenorts, dass er selbst mit dem Text auf literarische Weise die Intention der Mahnung verbindet und persönlich nicht das Existenzrecht Israels in Frage stellt.) Könnte/sollte ein solcher Text wie Gaarders Prophezeiung und literarische Lossagung von Israel, dem Staat, dem Regime, auf Deutsch publiziert und als Mahnung verstanden werden? Wiegt die Gefahr, dass sie in den Dienst von Antisemitismus gestellt oder schlicht mißverstanden wird, ihren Wert als Beitrag zur Diskussion des Nahostkonflikts auf? Einen Beitrag, der sich jene unmodische Position zu eigen macht, die in Europa nach dem Krieg unter dem Eindruck der Bombennächte verbreitet war, aber nun in Vergessenheit geraten ist: den Humanismus? Ich glaube, dass das der Fall ist.

Ich füge hier eine deutsche Fassung an, die ich nach der englischen Übersetzung des Simon-Wiesenthal-Zentrums angefertigt habe (diese Fassung stimmte stark mit einer unabhängigen Übersetzung von Sirocco überein, an den abweichenden Stellen habe ich trotz Unkenntnis des Norwegischen das Original konsultiert). Ich hoffe, auch angesichts des sensiblen Themas, nicht zu viele Fehler hinzugefügt zu haben.


Gottes auserwähltes Volk
Jostein Gaarder, Aftenposten 05.08.06

Aus dem Englischen übersetzt nach einer Übersetzung aus dem Norwegischen des Simon-Wiesenthal-Zentrums
http://norskisraelsenter.no/engl/antis/2006-08-08-swc-gaarder.php#garder-artic


Es gibt keine Umkehr. Es ist an der Zeit, eine neue Lektion zu lernen: Wir erkennen den Staat Israel nicht länger an. Wir konnten das südafrikanische Apartheid-Regime nicht anerkennen, und ebenso wenig das afghanische Taliban-Regime. Und es gab viele, die Saddam Husseins Irak oder die ethnischen Säuberungen der Serben nicht anerkannten. Wir müssen uns nun an den Gedanken gewöhnen: der Staat Israel in seiner jetzigen Form ist Geschichte.
Wir glauben nicht an die Idee eines von Gott auserwählten Volkes. Wir lachen über die Hirngespinste dieses Volkes und weinen über seine Untaten. Als Gottes auserwähltes Volk zu handeln ist nicht nur dumm und arrogant, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir nennen es Rassismus.

Grenzen der Toleranz

Es gibt Grenzen unserer Geduld, und es gibt Grenzen unserer Toleranz. Wir glauben nicht an himmlische Versprechen als Rechtfertigungen für Besatzung und Apartheid. Wir haben das Mittelalter hinter uns gelassen. Wir lachen unbehaglich über jene, die noch immer glauben, dass der Gott der Flora, Fauna und Galaxien ein einzelnes Volk vor den anderen als sein Liebstes auserwählt und ihm lustige Steintafeln, brennende Büsche und eine Lizenz zum Töten überreicht hat.
Wir nennen Kindermörder ‘Kindermörder’ und werden niemals akzeptieren, dass diese ein gottgegebenes oder historisches Mandat besitzen sollen, das ihre Schandtaten rechtfertigt. Wir sagen nur dieses: Schande über alle Apartheid, Schande über Ethnische Säuberungen, Schande über jeden Terroranschlag auf Zivilisten, ob er nun von Hamas, Hisbollah oder dem Staat Israel verübt wird!

Skrupellose Kriegführung

Wir anerkennen Europas tiefe Verantwortung für das Leid der Juden und nehmen sie auf uns, für die schändliche Verfolgung, die Pogrome, und den Holocaust. Es war eine historische und moralische Notwendigkeit für die Juden, ihre eigene Heimat zu erhalten. Der Staat Israel hat jedoch, mit seiner skrupellosen Kriegführung und seinen abscheulichen Waffen, seine eigene Legitimität massakriert. Er hat internationales Recht, internationale Konventionen und unzählige UN-Resolutionen zum Gespött gemacht, und kann nicht länger Schutz von diesen erwarten. Er hat die Anerkennung der Welt mit einem Bombenteppich belegt. Aber fürchtet Euch nicht! Die Zeit der Not wird bald vorüber sein. Der Staat Israel hat sein Soweto gesehen. Wir sind nun am Scheideweg. Es gibt keine Umkehr. Der Staat Israel hat die Anerkennung der Welt vergewaltigt und wird keinen Frieden haben, bis er seine Waffen nicht niederlegt.

Ohne Verteidigung, ohne Haut

Mögen Geist und Wort die Apartheid-Wände Israels hinwegfegen. Der Staat Israel existiert nicht. Er ist nun ohne Verteidigung, ohne Haut. Möge die Welt deshalb Erbarmen mit der Zivilbevölkerung haben. Denn es ist nicht die Zivilbevölkerung, der unsere Untergangsprophezeiung gilt.
Wir wünschen dem Volk von Israel Gutes, nichts als Gutes, aber wir behalten uns das Recht vor, keine Jaffa-Orangen zu essen, so lang sie faulig schmecken und giftig sind. Es war erträglich, einige Jahre ohne die blauen Trauben der Apartheid zu leben.

Sie feiern ihre Triumphe

Wir glauben nicht, dass Israel vierzig getötete libanesische Kinder mehr beklagt als vierzig Jahre in der Wüste, vor dreitausend Jahren. Wir bemerken, dass viele Israelis solche Triumphe so feiern wie sie einst die Plagen des Herrn als „angemessene Strafe“ für das Volk Ägyptens bejubelten. (In dieser Geschichte erscheint der Herr, Gott von Israel, als unersättlicher Sadist.) Wir fragen, ob die meisten Israelis glauben, dass ein israelisches Leben mehr wert ist als vierzig palästinensische oder libanesische Leben.
Denn wir haben Bilder gesehen, auf denen kleine israelische Mädchen hasserfüllte Grüße auf jene Bomben schreiben, die auf die Zivilbevölkerung von Libanon und Palästina abgeworfen werden. Kleine israelische Mädchen sind nicht niedlich, wenn sie vor Freude strahlen über Tod und Qual hinter den Fronten.

Vergeltung von Blutrache

Wir anerkennen nicht die Rhetorik des Staates Israel. Wir anerkennen nicht die Spirale der Vergeltung der Blutrache von „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Wir anerkennen nicht das Prinzip von einem oder tausend arabischen Augen für ein israelisches Auge. Wir anerkennen keine Kollektivbestrafung oder Bevölkerungsschlankheitskuren als politische Waffen. Zweitausend Jahre sind vergangen, seit ein jüdischer Rabbi die altertümliche Doktrin des „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ kritisiert hat.
Er sagte: „Tu an anderen, wie du wolltest, dass sie an dir tun.“ Wir anerkennen einen Staat nicht, der auf antihumanistischen Prinzipien gegründet ist, und auf den Ruinen einer archaischen nationalistischen Kriegsreligion. Oder wie Albert Schweitzer es ausdrückte: „Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.“

Mitgefühl und Vergebung

Wir anerkennen nicht das alte Königreich Davids als ein Modell für die Karte des Mittleren Ostens im 21. Jahrhundert. Der jüdische Rabbi erklärte vor zweitausend Jahren, dass das Königreich Gottes keine kriegerische Wiederherstellung des Königreichs Davids ist, sondern dass das Königreich Gottes in und um uns ist. Das Königreich Gottes ist Mitgefühl und Vergebung.
Zweitausend Jahre sind vergangen, seit der jüdische Rabbi die alte Rhetorik des Krieges entwaffnet und humanisiert hat. Schon zu seiner Zeit waren die ersten zionistischen Terroristen am Werk.

Israel hört nicht zu

Zweitausend Jahre lang haben wir die Lektion des Humanismus einstudiert, aber Israel hört nicht zu. Es war nicht der Pharisäer, der dem Mann half, der, den Räubern zum Opfer gefallen, am Wegesrand lag. Es war der Samariter; heute würden wir sagen, ein Palästinenser. Denn zuallererst sind wir Menschen – dann erst Christen, Moslems, oder Juden. Oder, wie der jüdische Rabbi sagte: „Und wenn du nur deine Brüder grüßt, was tust du mehr als andere?“ Wir akzeptieren nicht die Entführung von Soldaten. Aber ebenso akzeptieren wir nicht die Deportation ganzer Bevölkerungen oder Entführung legal gewählter Parlamentarier und Minister.
Wir anerkennen den Staat Israel von 1948, aber nicht den von 1967. Es ist der Staat Israel, der den dem internationalem Recht entsprechenden Staat Israel von 1948 nicht anerkennt, respektiert und sich auf ihn bezieht. Israel will mehr; mehr Wasser und mehr Dörfer. Um das zu erreichen gibt es jene, die, mit Gottes Hilfe, eine Endlösung des palästinensischen Problems wollen. Die Palästinenser haben so viele andere Länder, haben bestimmte israelische Politiker argumentiert; wir haben nur eines.

Die USA oder die Welt?

Oder wie der oberste Beschützer des Staates Israel sagt: „May God continue to bless America.“ Ein kleines Kind bemerkte das. Sie drehte sich zu ihrer Mutter um und sagte: „Warum hört der Präsident seine Reden immer mit ‘God bless America’ auf? Warum sagt er nicht ‘God bless the world’?“
Dann gab es einen norwegischen Poeten, der diesen kindlichen Seufzer aus seinem Herzen entließ: „Warum nur schreitet die Menschlichkeit so langsam voran?“ Es war er, der so wundervoll über den Juden und die Jüdin schrieb. Aber er lehnte die Idee von Gottes auserwähltem Volk ab. Er selbst zog es vor, sich einen Mohammedaner zu nennen.

Gelassenheit und Gnade

Wir anerkennen nicht den Staat Israel. Nicht heute, nicht im Moment, da wir dieses schreiben, nicht in der Stunde von Trauer und Zorn. Wenn die gesamte israelische Nation ihrem eigenen Handeln erliegen sollte und Teile der Bevölkerung aus den besetzten Gebieten in eine neue Diaspora fliehen müssen, dann sagen wir: Mögen die Umgebenden gelassen bleiben und ihnen Gnade erweisen. Es ist ein ewiges Verbrechen ohne mildernde Umstände, die Hand an Flüchtlinge und staatenlose Völker zu legen.
Frieden und freies Geleit für die ausziehende Zivilbevölkerung, die nicht länger von einem Staat geschützt wird. Feuert nicht auf die Flüchtlinge! Zielt nicht auf sie! Sie sind verwundbar wir Schnecken ohne Haus, verwundbar wie langsame Karavanen palästinensischer und libanesischer Flüchtlinge, schutzlos wie Frauen und Kinder und Alte in Kana, Gaza, Sabra und Shatilla. Gebt den israelischen Flüchtlingen Obdach, gebt ihnen Milch und Honig!
Lasst nicht ein israelisches Kind mit seinem Leben büßen. Viel zu viele Kinder und Zivilisten wurden schon ermordet.
Gregor Keuschnig - 10. Aug, 08:47

Das Recht, ungeschickt zu sein

Ein sehr interessanter Text. Ich warte auf die Diskussion in Deutschland. Sollte er irgendwie in den Massenmedien publiziert werden (was ich nicht glaube), so dürfte Gaarder mittelfristig der Denunziation seines Werkes ausgesetzt sein. Scharen von Feuilletonisten werden seine (harmlosen) Bücher nach versteckten Invektiven durchsuchen.

Man kann tatsächlich über diesen Text herfallen. Insbesondere die Sprache; dieses appellative, dieses Sprechen wie ein Prophet oder ein religiöser Führer.

Mit dieser literarischen Art der Verfremdung tut sich Gaarder keinen Gefallen - und seinem Anliegen auch nicht. Er bezeichnet das Judentum, die Religion, als nationalistisch. Am Ende des Textes prophezeit er bereits die Vertreibung der Bevölkerung, gibt fiktive Anweisungen. Das erweckt natürlich den Gedanken, Gaarder wünschte sich dieses Szenario. So etwas muss natürlich provokant wirken und ist eine bequeme Vorlage der Gegner: Sie nehmen diesen Teil heraus und wollen damit das gesamte Geschriebene diskreditieren. So leicht hätte man es nicht machen dürfen.

Zu spät differenziert Gaarder und unterscheidet zwischen dem Israel von 1948 und von 1967. Am Ende hebt er dies wieder auf ("Wir anerkennen nicht den Staat Israel"). Das ist ungeschickt. Aber ein Autor hat auch das Recht in der Stunde der Verzweiflung und Wut ungeschickt zu sein.

Vor einigen Wochen bekannte der scheidenden Intendant Peter Voß, der auch gelegentlich den "Presseclub" leitet, in dieser Sendung (sinngemäss): Er habe schon im Freundeskreis einmal gesagt, dass Israel, wenn es so weitermache auf Dauer sich nicht werde als Staat halten können. Proteste überall - insbesondere natürlich in der entsprechenden Szene (im Internet). Voß wurde, nur weil er eine kausale These formuliert hatte, die nicht zwingend sein Wunsch sein muss (und es auch nicht ist) bereits als "Antisemit" beschimpft. Dies zeigt, wie weit wir in Deutschland sind (bzw. wie weit wir nicht sind).

stralau (Gast) - 10. Aug, 10:20

Ich finde den Text sehr unangenehm. Gerade weil nicht jede Kritik an Israel gleich dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt werden sollte, finde ich die Gleichsetzung jüdischer Religion mit israelischer Politik hochgradig gefährlich.

Des weiteren sollte er sich entscheiden, ob er Israel anerkennt oder nicht. Ein Aberkennen im Nachhinein, Souveränität auf Probe sozusagen, ist Quatsch.

Bei "Auge um Auge" liegt er mit der Interpretation falsch: der Mosetext ist rechtsgeschichtlich gesehen eine Einschränkung des ewigen Rachekreislaufes. Ja, die Bergpredigt geht darüber hinaus, ist aber auch ein paar hundert Jahre später geschrieben worden.

Es ist schon seltsam, daß Kritik an israelischer Politik manchmal ganz anders aussieht als die an anderen Kriegsparteien wie Rußland oder den USA.

Google findet übrigens ungefähr 114 000 mal Palästina Autonomie.

Markus (Gast) - 10. Aug, 11:17

Ungeschickt ausgedrückt - doch dies mit Absicht

Gaardner hat sich mit voller Absicht so ausgedrückt, um die Leute wach zu rütteln.
Ich finde, dass endlich einmal jemand das sagt, was viele denken. - Zwar in krasser Form ausgedrückt, aber absolut Richtig.

Keiner regt sich auf wenn Israel gewählte Politiker verschleppt oder tötet, keiner regt sich auf wenn Israel Flüchtlingslager angreift, keiner regt sich auf wenn Israel dies oder jenes Menschenrecht mit Füssen tritt - Alleine schon deswegen, finde ich den (evtl etwas überzogenen) Artikel absolut gerechtfertigt.
Und wenn er nur dazu dient, dass einige wieder einmal das Denken anfangen und Israel wegen ihrer Vergangenheit nicht immer in Watte packen.
DANKE
gruber - 11. Aug, 06:17

Auge um Auge

Damit bezieht sich Gaarder auf die Doktrin der Beantwortung von Terroranschlägen durch Angriffe auf die Zivilbevölkerung, die Israel zum Abschrecken der Attentäter betreibt.
stralau (Gast) - 10. Aug, 11:33

Keiner regt sich auf ist Quatsch.

Aber gerade wenn man eine Sonderbehandlung vermeiden will, sollte die Aufregung nicht anders aussehen, als sie aussieht, wenn man Rußland bzgl. Tschetscheniens oder die USA bzgl. des Irak kritisiert.

Gregor Keuschnig - 10. Aug, 11:43

Einverstanden. Aber...

die Konnotation, dass es immer um "Alles" geht, also das Existenzrecht Israels und die Verknüpfung hierauf mit der jüngsten Geschichte wird gerade von israelischen Politikern, Intellektuellen und Kommentatoren immer ganz schnell ins Feld geführt (und damit jegliche unaufgeregte Diskussion im Keim erstickt).

Gaarders Provokation liegt darin, dass er diesen Fetisch pauschal negiert und ein Vokabular verwendet, welches den Gegnern ermöglicht, ihn sehr schnell dann in die Rubrik des Antisemiten "abschieben" zu können (das haben Sie wohlgemerkt nicht gemacht; ich rede allgemein bzw. in Kenntnis bestimmter Weblogs). Damit macht man es sich aber zu bequem. Die Frage ist nur, ob Gaarder nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet.
stralau (Gast) - 10. Aug, 14:10

Ich habe eher das Gefühl, daß Garders Pathos Gefahr läuft, unaufgeregte Diskussionen zu verhindern. Zumal es nicht besonders hilfreich ist, einen politischen Konflikt zusätzlich mit religiöser Bedeutung aufzuladen.

Vermutlich gibt es sogar ein paar Isralis, die das so sehen, genauso wie es vermutlich im Libanon Menschen gibt, die diesen Konflikt religiös aufladen. Es stünde nichtbetroffenen Europäern aber gut an, besonnener zu sein.
Gregor Keuschnig - 10. Aug, 14:17

@stralau - Wieder einverstanden...

in dem Punkt, dass Gaarders' "Pathos" unaufgeregte Diskussionen vermutlich nicht erleichtern.

Den Hinweis, dass nichtbetroffene Europäer (inwiefern sind sie nicht betroffen? wer legt das fest?) "besonnener" zu sein haben, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Es kommt mir ein bisschen wie das Argument vor, man solle sich nicht in die inneren Angelegenheiten einmischen... (bitte nicht glauben, dass ich Ihnen das unterstelle)
stralau (Gast) - 10. Aug, 14:35

Mit nichtbetroffen meine ich, daß wir nicht direkt vom Kriege betroffen sind.

Und ich denke schon, daß wir uns zum Kriege äußern sollten. Mit Besonnenheit meine ich eher eine zielführende Besonnenheit, die nicht noch zusätzliche Konfliktlinien erfindet, die so einfach nicht vorhanden sind.

Was ich mit den nichtbetroffenen Europäern meinte, ist, daß ich bei einem Libanesen, dessen Familie gerade Bombenopfer wurde, eine solche Haltung eher nachvollziehen könnte
erasmus (Gast) - 10. Aug, 15:40

unaufgeregte diskussionen waren in diesem punkt noch nie möglich, das weiß im deutschsprachigen raum vor allem der zdj durch scharfe formulierungen zu verhindern. wer es nicht glauben will, sehe sich nocheinmal die aussagen des herrn verleger an - und die reaktionen des zdj. inhaltliche auseinandersetzung: fehlanzeige.
mit gaarder geht es schon wieder ganz ähnlich los. die dpa hat weitgehend sinnentstellend zitate für einen agenturtext aus dem kontext gerissen, der dann mit aussschließlich ablehnenden meinungsäußerungen über gaarder, vorneweg die antisemitismusdiagnose von mona levin, zu einer polemik montiert, die man bestenfalls noch als kampagnenjournalismus bezeichnen kann. inhaltliche auseinandersetzung: fehlanzeige. kein wort zu gebrochenen resolutionen, kriegsverbrechen gegen die zivilbevölkerung, beschuß von uno-posten und flüchtlingslagern, als habe gaarder nicht konkretisiert, was er mit schandtaten meint.
das ärgerliche daran ist das ungeheuerliche moralische scheitern des westens, der sich als nachhaltig unfähig erweist, schlußfolgerungen aus der shoa zu ziehen. deshalb steht die universalität der menschenrechte in zweifel, weil - da hat gaarder leider völlig recht - mit duldung der usa und europas palästinensische oder libanesische leben weniger wert sind als israelische. israel diskreditiert vor den augen der welt westliche werte, indem es sich vom westen unwidersprochen als unschuldiges opfer geriert, wo es schon längst zum (mit-)täter geworden ist.
langfristig wird diese heuchelei auch auf uns zurückfallen, und niemand wird sich entschuldigen können, er habe von all dem nichts gewußt.

stralau (Gast) - 10. Aug, 15:54

Der Streit um Herrn Verleger ist ein interner des Zentralrates. Wo sind die konkreten Fälle, in denen der Zentralrat der Juden erfolgreich Einfluß auf deutsche Presseveröffentlichungen genommen hätte?

Oder anders gesagt: was zeichnet den Zentralrat aus, daß wir (Nichtjuden) von ihm eine irgendwie geartete Stellungnahme zur israelischen Politik erwarten sollten?

Worauf ich hinauswill: ich empfinde es als sehr problematisch, die Juden als Religionsgemeinschaft für die Politik Israels verantwortlich zu machen.
Gregor Keuschnig - 10. Aug, 16:03

Sehr problematisch

Ich empfinde es als sehr problematisch, die Juden als Religionsgemeinschaft für die Politik Israels verantwortlich zu machen.
Das empfinde ich auch als problematisch. Aber umgekehrt sehe ich keine Reflexion beim Zentralrat, der eine dezidierte (besonnene) Position im Nahostkonflikt einnimmt. Will sagen: Der Zentralrat fragt nicht nach unserer (Nichtjuden) Erwartung zur Stellungnahme im Nahostkonflikt - er gibt sie ab, und zwar hier (und - ich vermute mal - freiwillig).

Der Einfluss auf die öffentliche Meinung geschieht (im Verhältnis zu der Anzahl der Menschen, die durch ihm repräsentiert werden) stets sehr prominent in den Medien (bspw. wichtige Nachrichtensendungen).

Michel Friedman (lange Zeit an prominenter Stelle dort) sprach neulich von einer deutschen Staatsräson, was das Existenzrecht Israels angeht. Eine solche Blankoerklärung ist vollkommener Unsinn; das müsste jemand wie Friedman sehr wohl wissen.
stralau (Gast) - 10. Aug, 16:14

Aber umgekehrt sehe ich keine Reflexion beim Zentralrat, der eine dezidierte (besonnene) Position im Nahostkonflikt einnimmt.
Ja, das ist schade. Aber die Haltung des Zentralrates zur israelischen Politik ist von ähnlicher Relevanz wie die der evangelischen Kirche oder die der SPD. Deswegen verstehe ich nicht, was dieser mit Gaarder zu tun hat.

Zur Überrepräsentation in den Medien: ja, stimmt. Aber ich halte die Überrepräsentation auch nicht für schlimmer als die der christlichen Kirchen, Gewerkschaften oder Unternehmerverbände.
Gregor Keuschnig - 10. Aug, 16:33

Relevanz

Wenn ich richtig unterrichtet bin, leben in Deutschland (leider nur noch) 100.000 Juden. Kirchen oder Gewerkschaften repräsentieren sehr viel mehr Menschen, d. h. sie vertreten eine viel grössere Anzahl. Den "normalen" Mediengesetzen zufolge sind ist die Meinung des Zentralrates überproportional oft zu vernehmen. Ich kritisiere das nicht (es ist natürlich begründet aus der Geschichte) - ich stelle es nur fest.

Vergleichbare Organisationen, die sehr viel mehr Mitglieder vertreten, wie beispielsweise der Zentralrat der Muslime (der allerdings kein Monopol hat), sind sehr viel weniger medial präsent.

Die Relevanz ist auch relativ hoch - ich habe in den letzten Jahren keinen noch so kleinen Widerspruch prominenter und seriöser Politiker oder Intellektueller zu Thesen des Zentralrats bemerkt; auch wenn diese gelegentlich reichlich alarmistisch schienen. Sehr häufig tritt er als das "moralische Gewissen" in gesellschaftspolitischen Fragen auf. Übrigens oft mit Berechtigung und Erfolg.

Mit Gaarder mag das vielleicht dahingehend zu tun haben, dass eine Diskussion seines Textes aufgrund eines stillschweigenden Konsenses in den Massenmedien hier kaum erfolgen wird.
stralau (Gast) - 10. Aug, 17:05

Damit, daß muslimische Organisationen unterrepräsentiert sind, hast Du leider recht.

Ansonsten findet eine Erwähnung des Textes durchaus statt (heute kurze Besprechung in FAZ und Taz gelesen) -- ob der geringe Umfang der Betrachtung wirklich auf den Einfluß des Zentralrates der Juden zurückgeht, ist schwierig entscheidbar. Ich bezweifle es.
erasmus (Gast) - 10. Aug, 17:24

der zdj bezieht regelmäßig mit pressemitteilungen stellung zur berichterstattung in den medien. kritik an israel - wie auch immer im einzelfall begründet - wird regelmäßig aufs schärfste verurteilt:

"Besonders hinterhältig, ja fast schon antisemitisch ist ein Kommentar im WDR von Jürgen Hanefeld, wo die legitime israelische Verteidigung nun zum angeblichen Überfall auf den friedfertigen Staat Libanon" umgedeutet wird.

so nachzulesen unter http://www.zentralratdjuden.de/de/article/1036.html

in der selben pressemitteilung heißt es:

"Antiisraelische Propaganda in deutschen Medien ist leider keine Seltenheit und verwundert angesichts der Vorlagen aus der Politik nicht", so Vizepräsident Dr. Dieter Graumann kritisch. „Die Äußerungen von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) im heutigen Tagesspiegel und anderer SPD-Volksvertreter, wonach die Handlungen Israels schlicht „völkerrechtswidrig" seien, entspringen den üblichen antiisraelischen Reflexen gerade dieser Politikerin. Wieczoreks Äußerungen entbehren zudem auch jeder moralischen und inhaltlichen Grundlage", so Graumann."

ich bezweifle, daß irgendjemand eine stellungnahme des zdj erwartet. das tut der zdj schon aus eigenen stücken. in der regel wird in den überregionalen tageszeitungen am nächsten oder übernächsten tag entsprechend zitiert.
das problem ist daher nicht, daß "die juden" als religionsgemeinschaft für das handeln israels verantwortlich gemacht werden, sondern daß der zdj eine höchst einseitige sichtweise des nahostkonflikts in die medien transportiert und kritik an israel wie gerade exemplarisch gezeigt unangemessen schroff abkanzelt und in anspruch nimmt, dabei für alle juden zu sprechen. der streit um rolf verleger ist somit auch nicht ein streit innerhalb des zentralrates, sondern innerhalb der jüdischen gemeinschaft insgesamt, der endlich auch den zentralrat erreicht hat.
zur innerjüdischen kritik am zentralrat siehe z.b.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Aussenpolitik/zentralrat.html
gruber - 11. Aug, 06:20

Die Religion und Israel

Ich empfinde es als sehr problematisch, die Juden als Religionsgemeinschaft für die Politik Israels verantwortlich zu machen.

Gaarder macht nicht die Religionsgemeinschaft für die Politik verantwortlich, sondern umgekehrt: er verurteilt, daß sich die Politik auf der Religionsgemeinschaft aufbaut.
FranzKonz - 10. Aug, 21:27

Recht auf eine eigene Meinung

Ein jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Zudem gibt es in Europa eine Pressefreiheit. So mußte ich mich zumindest von meinem Innenminister im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen belehren lassen.

Es ist schon immer wieder erstaunlich zu sehen, mit welch unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird. Warum die Aufregung um das Existenzrecht des Staates Israel?

Vielleicht, weil England den Zionisten eine Heimstatt schenkte, deren Eigentumsverhältnisse sehr fragwürdig waren? Vielleicht weil die Gründung des Staates Israel auf dem Mandatsgebiet moralisch und juristisch sehr fragwürdig war?

Vielleicht ist es einfach so, daß getroffene Hunde bellen.

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. 2 Generationen lang existiert der Staat Israel in nahen Osten. Das würden wahrscheinlich auch Israels Nachbarn als ausreichende Grundlage für ein dauerhaftes Existenzrecht halten. Sie werden es aber nicht anerkennen, solange sie Angst vor Israels Expansion haben. Die Geschichte zeigt, daß diese Angst berechtigt ist.

nogdeni - 11. Aug, 00:55

Pressefreiheit?

> Recht auf eine eigene Meinung
Nicht in der BRD! Es gibt Tabuzonen - wie im Mittelalter - wo die "Gefühle" einer auserwählten Minderheit über dem Recht auf Wissen stehen.

> Zudem gibt es in Europa eine Pressefreiheit.
Allerdings überwiegend für die Hochfinanz.
Was die BRD angeht so schließe ich mich der Ansicht der Ketzerbriefe-/Ahriman-Leute (linksradikal) an, die von einer "gleichgeschalteten" Presse reden. Die Medien in der BRD haben offensichtlich die Lizenz zum Lügen, wobei dies nicht so plump geschieht, wie im ehmaligen Ostblock, sondern modern, raffiniert, gemäß Lichtenberg "Die größte Lüge ist die Wahrheit, mäßig entstellt."
So werden israels Verbrechen durchweg bis zur Unkenntlichkeit verniedlicht, der verzweifelte islamische Selbstmörder zum Terroristen erklärt und das bis an die Zähne bewaffnete Israel zum hilflosen Selbstverteidiger.
Als unlängst Israel 4 UN-Beobachter von Israel ermordet wurden, hörte ich Tage danach nur EINMAL im Radio (nachts), die Opfer hätten stundenlang um Hilfe gefunkt. Zuerst wollte ich es nicht glauben, da selbst ich nicht an soviel Dreistigkeit glauben konnte. Überwiegend echolallt mir aus den Medien Israels Darstellung eines Versehens entgegen.
Doch auf der World Socialist Web Site (www.wsws.org/de/2006/aug2006/bern-a05.shtml)
fand ich die Bestätigung für ein eiskaltes Verbrechen:
"Israel, die UN und der Mord an Graf Bernadotte
...
Am 25. Juli führte die israelische Armee einen schweren Angriff auf einen UN-Beobachtungsposten im Südlibanon durch. Presseberichten zufolge wurde ein Posten der UNTSO (UN-Mission zur Überwachung des Waffenstillstands im Nahen
Osten - gegründet 1948) im Laufe von sechs Stunden mindestens sechzehnmal beschossen, fünf Geschosse trafen den Stützpunkt direkt. Das unbewaffnete Team, offizielle Mitarbeiter der UNO, nahm mehrere Male Kontakt zur israelischen Armee auf und bat um Einstellung der Angriffe.
Die /Los Angeles Times /berichtet: "UN-Mitarbeiter, die auf die Fragen der Reporter antworteten, sagten, die Angriffe hätten um 13:20 Uhr begonnen. Der Funkkontakt mit der Station riss etwa um 19:30 Uhr ab. Während dieser Zeit, so ein hoher UN-Vertreter, riefen UN-Mitarbeiter mindestens ein halbes
Dutzend mal bei der israelischen UN-Vertretung an, um die Angriffe zu stoppen. Zusätzlich kontaktierten UN-Generäle am Boden das israelische Militär und forderten ein Ende des israelischen Beschusses."
...
Wie man bei http://www.muslimmarkt.de/Palaestina-Spezial/geschichtechronik/chronik_der_verbrechen.htm
nachlesen kann, scheint dies bewährte Tradition zu sein:
".. Anlass für Bamford, in seinem Buch auf die Vorgänge einzugehen, ist die Versenkung des Aufklärungsschiffes "U.S.S. Liberty" durch die israelische Armee nur wenige Stunden nach dem Massaker. Die "Liberty" lag an jenem Junitag vor der Küste des Sinai. Die Versenkung des Schiffes wird von Israel bis heute als tragischer Irrtum dargestellt. Anhand von bisher geheim gehaltenen Unterlagen des US-Nachrichtendienstes NSA konnte Bamford diese Darstellung erstmals widerlegen. Die israelische Militärführung habe gewusst, dass sie ein US-Aufklärungsschiff angreife, schreibt er. Grund für die Versenkung sei die Furcht davor gewesen, dass das Schiff Informationen über das Massaker von Al Arish aufgezeichnet habe. Bei dem Angriff auf die "Liberty" kamen einige hundert Amerikaner ums Leben. Das israelische Militär feuerte sogar noch auf Rettungsboote und im Wasser schwimmende Besatzungsmitglieder. Auf eine Untersuchung der Umstände dieses Verbrechens, kritisiert Autor Bamford, hätten Israel und die USA aus politischen Gründen bis heute verzichtet. (Quelle Berliner Zeitung 1.8.2001 - Das Massaker von Al Arish)"
Im TV kam vor längerem ein Bericht darüber (spät nachts natürlich), wonach Israel versucht haben soll das Schiff systematisch mit Mann & Maus zu versenken, mit dem Ziel keinen überleben zu lassen. Nur der tapferen Gegenwehr eines Offiziers, dem es gelang, die als erstes zerschossene Funkanlage zu reparieren und Hilfe zu rufen, ist es zu verdanken, daß die Absicht mißlang.
Der Gipfel der Infamie war, daß der Luftangriff von Mirage-Bombern ohne Hoheitszeichen durchgeführt worden war (über die offiziell nur Ägypten verfügte), mit dem Ziel das Verbrechen Ägypten in die Schuhe zu schieben.
Es wurde sogar von einem Vergeltungsflugzeug der USA mit einer A-Bombe für Kairo gesprochen, welches schon in der Luft, dann doch noch zurückgepfiffen wurde - vielleicht weil der Plan der Zeugenbeseitigung mißlungen war.

Ich wage mir nicht vorzustellen, wie die Pressefreiheit heute aussähe, gäbe es das Internet nicht!
gruber (Gast) - 11. Aug, 06:56

Pressefreiheit

Natürlich ist die Presse meist von Interessen geleitet, die bestimmen, was Aufmerksamkeit erhält.
Viele von den Dingen, die Du aufzählst, sind aber trotzdem im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgegriffen worden, z.B. in der SZ, in der deutschen Ausgabe von Le Monde Diplomatique usw. Einige lassen sich nicht komplett eruieren, weil unabhängige Quellen fehlen.
Deine Liste läßt sich weit, weit verlängern. Unzweifelhaft hat der Staat Israel seine Leichen im Keller. Aber damit ist er nicht allein - fast jeder Staat hat so ein Kellergeschoß. Aber kaum ein Staat und kein Volk kann auf diese Verbrechen reduziert werden. So wie die DDR nicht auf StaSi und Mauerschützen reduziert werden kann, die Bundesrepublik nicht nur aus Organisation Gehlen, Kommunistenverfolgung, Waffenlieferungen und Wirtschaftskriminalität bestand, Frankreich nicht nur aus dem Algerienkrieg, der Atomverseuchung von pazifischen Kolonien, der Unterstützung von Diktatoren, der Iran nicht nur auf religiöse Intoleranz, Holocaustleugnung und Steinigungen unterdrückter Frauen aufgebaut ist, kann man Israel nicht durch die Besatzung, eine Anzahl von politischen Morden und illegalen Militäraktionen charakterisieren. Israel ist auch eine vorbildliche Demokratie mit blühender Wissenschaft und Kultur. Kinder gehen zur Schule, Omas streicheln ihre Katzen, verlassene Mädchen weinen, Studenten rauchen Gras und spielen Gitarre am Lagerfeuer, junge Familien sorgen sich um den entzündeten Popo ihres Babys, Friedensaktivisten verbünden sich mit Palästinensern, Dokumentarfilmer hinterfragen die Haltung des Militärs zur Folter, fröhliche Dichter sterben am Krebs und traurige Maler am Suff, Langschläfer kommen zu spät zur Arbeit und all die tausend Dinge mehr die gute, schlechte und indifferente Menschen so den Tag über tun und denken werden getan und gedacht.
Es stimmt nicht, dass ein kein richtiges Leben im falschen geben könnte. Und in Israel steht sehr viel richtiges Leben dem falschen gegenüber.
Guck mal, hier: http://lawrenceofcyberia.blogs.com/news/2005/12/this_is_in_resp.html
gruber - 11. Aug, 00:47

Hinweis

Habe einen langen Kommentar von Herrn Nogdeni gelöscht. Er enthielt wohl durchaus auch einige gute Argumente, aber verurteilte vor allem Juden aufgrund und anhand ihres Jüdischseins. Er war deshalb in meinen Augen klar antisemitisch. Mir ist klar, dass das Löschen von Kommentaren bedeutet, dass man ihren Urheber nicht überzeugen kann, aber ich will Antisemitismus hier keinen Raum geben.

Ja, hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Ich halte es für legitim, mit jemandem zu sprechen, der aufgrund des Hitlerfaschismus antideutsche Ressentiments pflegt, oder auch nur aufgrund englischer Gastronomie Britenfeindliches äußert. Aber der Holocaust liegt nicht lang genug zurück, um gegenüber anti-jüdischen Ressentiments in einem deutschen Forum Diskussionsbereitschaft zu zeigen.
Mir ist klar, dass es nicht für jedermann einfach ist, Kritik am israelischen Staat oder auch an den Auffassungen vieler Israelis von Kritik an "den Juden" zu trennen. Das ist aber notwendig - genausowenig, wie Münteferings Hedge-Fonds-Kritik seinerzeit antisemitisch war (wie einige argumentierten, die feststellten, dass es jüdische Hedge-Fonds-Eigner gibt, und eine Kritik, die sie einschließt daher judenfeindlich sei), ist es akzeptabel, die Juden in Israel oder irgendwo auf der Welt deswegen zu kritisieren, weil sie Israelis oder Juden sind.

T (Gast) - 11. Aug, 02:17

Dann kannst du gleich noch mehr löschen. Giordano hat sich heute von spiegel-online zitieren lassen, jeder, der Gaarder zustimme, sei Antisemit.
Palmtop (Gast) - 11. Aug, 05:18

Frustrierend, nicht wahr?

Es gibt in Deutschland anerkannte Grenzen der Meinungsfreiheit. Diese Grenzen betreffen z.B. in besonderer Weise den Holocaust (der zweifelsfrei erwiesen ist, und dessen Infragestellung angesichts des unvorstellbaren Grauens, mit dem er verbunden war, nicht hinnehmbar wäre). Das ist jedoch nicht die einzige Grenze der Meinungsfreiheit. Beispielsweise ist jeder Aufruf zum Rassismus strafbar, ebenso wie die Verächtlichmachung von Religion.
Die Grenzen der Meinungsfreiheit werden andererseits nicht vom Herrn Giordano gesetzt (der seinerseits das Recht auf und Gründe für seine Meinung hat). Ich persönlich bin sicher, dass nicht jeder, der Gaarder zustimmt, Antisemit ist (und Gaarder ebenfalls nicht), aber das heißt trotzdem nicht, dass ich Gaarder meinerseits zustimmen müßte.
bigberta - 12. Aug, 03:10

Das wäre mein Beitrag

bigberta - 12. Aug, 19:42

(m) ein update

bei Beirut Live hat ein israelischer User gebeten, diesen link weiterzuverbreiten:
Haaretz: Nach dem Krieg um fünf. Ich halte das für einen Beitrag, der hier hin passt, obwohl er mit JG erstmal nichts zu tun hat, zumal die dort verlinkten Artikel auch ganz vielversprechend zu sein scheinen.
LG
BB
guest (Gast) - 12. Aug, 22:32

Die Grenzen der Meinungsfreiheit: an BigBerta

Hi,

du schreibst:

>Diese Grenzen betreffen z.B. in besonderer Weise >den Holocaust (der zweifelsfrei erwiesen ist, und

Wenn er so zweifelsfrei erwiesen ist, wieso muss man dann das leugnen strafen? Ich halte es für schwachsinnig, historische Forschungsergebnisse (welche ja auch immer, wenn neue Dokumente etc. zutage treten - oder - siehe Günther Grass - neu Aussagen gemacht werden - sich ändern können) - mit Strafandrohung "abgesichert" werden. Für mich ist der Holocaust erwiesen, nur wenn wieder wer für die Leugnung in den Knast kommt, kommen mir leicht Zweifel, da ich von Natur aus Autorität misstraue und skeptisch werde wenn etwas mit Gefängnis "bewiesen" werden muss. Das ist normalerweise die Vorgangsweise von Diktaturen.

>dessen Infragestellung angesichts des unvorstellbaren >Grauens, mit dem er verbunden war, nicht >hinnehmbar wäre).
Das Grauen ist nur deswegen so aktuell, weil es jeden Tag in den Medien präsentiert wird. Die Ermordung der Armenier (durch Türken), Indianer (durch weiße Siedler, vorwiegend Engländer und Spanier), Ukrainer (durch Stalin), Birmesen (durch ihr eigenes Volk) etc etc sind genauso grausam und grauenerregend. Nur hört man davon nicht so oft, und deshalb reagiert man selber nicht so emotional darauf. Konsequenterweise sollte man die Leugnung jedes Völkermordes unter Strafe stellen, oder am besten gleich alle Lügen, wie zB den Kreationismus, eine Lüge die von vielen Religionen gerne verbreitet ist. Aber das ist nicht meine Meinung (bin liberal :-): dies alles sollte _nicht_ bestraft werden sondern der freien Diskussion zugänglich sein.

>Beispielsweise ist jeder Aufruf zum Rassismus strafbar

Da bin ich absolut dafür, da das ja im Gegensatz zum Leugnung des Holocaust eine akute Gefährdung für Menschen darstellt.

>ebenso wie die Verächtlichmachung von Religion.

Hmm, da bin ich anderer Meinung: Mohammed und Jesus Karikaturen sind für Atheisten durchaus amüsant - und tun ja niemanden weh, kein Gläubiger muss sie sich ansehen. Oder gehen prüde Christen ins Sexkino und fühlen sich dann belästigt? Vielleicht, aber dann sind sie selber Schuld.
gruber - 13. Aug, 12:03

Holocaust-Leugnung

Technisch haben die mir bekannten Versuche, den Holocaust zu leugnen, entweder darin bestanden, unzweifelhafte Quellen zu ignorieren und andere verfälscht wiederzugeben, nachweislich falsche Behauptungen anderer Holocaustleugner als belegte Forschungsresultate oder wenigstens als Hinweis auf Umstrittenheit etablierter Fakten darzustellen. Konkrete Forschung bestand teilweise darin, (später nicht haltbare) toxikologische Gutachten in Gaskammern vorzunehmen. Es gibt wissenschaftlich keinen Grund, am Holocaust und an der Größenordnung der Opferzahlen zu zweifeln, beides ist sehr gut erforscht. Es gibt aber andere Gründe, die wesentlich stärker sind als wissenschaftliches Interesse, den Holocaust zu widerlegen: damit wäre es möglich, den Nationalsozialismus zu entlasten und die Opfer des Holocaust nicht zur zu delegitimieren, sondern einer grandiosen Verschwörung zu überführen. Die damit verbundenen Auswirkungen sind aber so gravierend, daß der Gesetzgeber hierzulande (und in vielen anderen Staaten auf der ganzen Welt) der freien Meinungsäußerung (nicht jedoch der Forschung) hier einen Riegel vorschiebt.

Die Behauptung des Holocaust (die durchaus nicht im nationalen Interesse der Bundesrepublik liegt) ließe sich in der Wissenschaft auch mit entsprechenden Gesetzen nicht lange halten, wenn genügend ernsthafte Forscher weltweit Zweifel entwickeln würden. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ließe sich die Wahrnehmung des Holocaust jedoch vergleichsweise leicht relativieren, solange es Medien gibt, die ein entspanntes Verhältnis zu den Fakten haben, und Interessen, die entsprechende Publikationen unterstützen.

Die Holocaustleugnung ist nicht das einzige Feld, in dem ein gut etablierter wissenschaftlicher Konsens aus Absichten angegriffen wird, die nicht der Wahrheitsfindung dienen, beispielsweise im Bereich der Klimaforschung. Auch hier werden von einzelnen Autoren Quellen ignoriert, andere verzerrt, und es wird methodisch falsch vorgegangen, um das vom Auftraggeber gewünschte Ergebnis zu erhalten. In anderen Bereichen, die wirtschaftliche Interessen stark tangieren, ist es sogar sehr schwierig, überhaupt einen wissenschaftlichen Konsens zu erreichen, z.B. volkswirtschaftliche Theoriebildung.
In der Wissenschaft führt das Leugnen der Wahrheit (genauer: methodisch inakzeptables Vorgehen bei der Begründung einer Aussage) im Idealfall dazu, daß man ignoriert wird. In der Öffentlichkeit nicht, beispielsweise ist die Hälfte der Amerikaner davon überzeugt, daß im Irak Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen gefunden wurden. Das Beispiel des Kreationismus hast Du ja selbst genannt.
Trotzdem ist es problematisch und aus vielen sofort einleuchtenden Gründen nicht wünschenswert, eine Institution einzurichten, die für wissenschaftliche Aussagen jeweils einen Wahrheitsanspruch festlegt und diesen dann gegenüber Abweichlern juristisch durchsetzt.

Beim Holocaust ist jedoch eine bestimmte Schwelle ohne Zweifel überschritten: freie Meinungsäußerung umfaßt nicht das Recht zur absichtsvollen Täuschung über eindeutig bestätigte Tatsachen, und da Holocaustleugnung in der Regel mit dem Ziel der Volksverhetzung geschieht (siehe oben), geht man m.E. berechtigt dagegen vor.
guest_von_vorhin :-) (Gast) - 13. Aug, 13:20

Holocaust Leugnung und Meinungsfreiheit

An dem Holocaust zu zweifeln finde ich auch lächerlich, bezüglich der Größenordnung wird's schon interessanter. Die Opferzahlen beruhen ja auf statistischen Schätzungen (vorher/nachher), und genauso wie zB das Massaker von Katyn lange Zeit den deutschen zugeschreiben wurde, bis es rauskam dass es die Russen waren, weiß ich nicht ganz inwieweit hier auch Opfer einfach den Deutschen zugeschrieben werden. zB ist Historikern, nicht aber der Öffentlichkeit, bekannt, dass nach 1945 von Polen und Russen weiterhin Progrome gegen Juden durchgeführt wurden. In der offiziellen polnischen Geschichtsschreibung wird man dies aber vergeblich suchen, und insoferne würde ich mir hier noch genauere Untersuchungen wünschen. Wenn man das aber in der Öffentlickkeit anregt ist man gleich ein Nazi - so ein Schwachsinn.

Aber prinzipiell geht's mir gar nicht darum über den Holocaust zu diskutieren, sondern über die Meinungsfreiheit. Und hier zeigt sich, dass in Ländern wie in England, Amerika und Kanada (nur um Beispiele zu nennen) die Holocaust Leugnung nicht verboten ist, und dennoch die breitere Öffentlichkeit nicht an dessen "Nichtexistenz" glaubt. (Obwohl in diesen Ländern durchaus ein großes antisemitisches Potential existiert, siehe Mel Gibson und viele andere).
Man sollte einfach dem Bürger mehr zutrauen. (Und in Amerika wächst auch schon zunehmend die Überzeugung, dass es im Irak keine WMD gab).

> grandiosen Verschwörung
Das ist kein zwangsläufiger Schluss. Im Gegenteil, jeder der sich die Komplexität der heutigen Welt ansieht, sollte schnell zur Überzeugung kommen, dass eine "Verschwörung" nicht möglich ist. Es gibt einfach zu viele Akteure, die man nicht alle beeinflußen kann. Was aber viel wahrscheinlicher ist, und was auch von modernen psychologosischen Forschungen bestätigt wird: der Mensch sucht nicht nach wissenschaftlicher Erkenntnis, sondern fühlt sich in seinen zurechtgezimmerten Weltbildern wohl. Einer schreibt vom anderen ab, und so können sich riesige gedankliche Gebäude ohne böses Wissen und Willen entwickeln. Siehe zB auch Günther Grass: über 60 Jahre fühlte sich kein Journalist dazu veranlasst, nachzuprüfen ob die Flakhelfer Geschichte wirklich stimmt. Jeder schrieb nur vom anderen ab. Und alle waren zufrieden.

Und hier nähern wir uns dem zentralen Punkt:
> freie Meinungsäußerung umfaßt nicht das Recht zur
> absichtsvollen Täuschung über eindeutig bestätigte
Dasselbe würde ja gerade für Kreationismus/WMD im Irak/andere Völkermorde als Holocaust gelten.

>da Holocaustleugnung in der Regel mit dem Ziel der
> Volksverhetzung geschieht (siehe oben)
Ich finde man sollte hier differenzieren: wenn jemand den Holocaust leugnet und man sieht dass es mit dem Ziel heraus geschieht, gegen Juden zu hetzen, dann soll man es einfach nach den §§ der Volksverhetzung bestrafen, und völlig zurecht. _Hier_ ist nämlich die Grenze eindeutig überschritten, wo gegen Menschen gehetzt wird. Wenn aber jemand nur die Ergebnisse der Mainstream Historioraphie anzweifelt, und klar zu erkennen gibt, dass es ihm um Wahrheit und nicht um Volksverhetzung geht, dann sollte das nicht bestraft werden. Konsequent: Volksverhetzung weiter wie bisher bestrafen, die Anzweiflung des Holocaust aber nicht. Sonst kommen wir eben in ernsthafte Abgrenzungsschwierigkeiten: welche historische Ereignisse mit Strafdrohung "absichern", welche nicht? Warum gerade diese, andere nicht?

Im Endeffekt glaub ich aber dass es hier gar nicht so sehr um rationale Argumente geht, sondern dass noch immer zuviele Emotionen im Spiel sind. Kurzfristig wird sich an der Gesetzgebung daher eh nichts ändern. Langfristig sollte allerdings auch in Deutschland der Holocaust an sich aus dem deutschen Strafgesetzbuch verschwinden.
Köppnick - 13. Aug, 19:54

@guest

jeder der sich die Komplexität der heutigen Welt ansieht, sollte schnell zur Überzeugung kommen, dass eine "Verschwörung" nicht möglich ist. Es gibt einfach zu viele Akteure, die man nicht alle beeinflußen kann.
Das stimmt so nicht. Zwischen der Komplexität der Welt und einer möglichen "Verschwörung" besteht meiner Meinung nach kein Zusammenhang. Entscheidend ist vielmehr, über Mittel zu verfügen, Informationen in seinem Sinne manipulieren zu können, einen Informationsvorsprung herauszuarbeiten. Dieser muss auch nicht unendlich lange Zeit aufrechterhalten werden. Es ist ausreichend, das solange zu tun, bis man im eigenen Sinne irreversible Fakten geschaffen hat. Das Beispiel haben Sie ja selbst gebracht: Das Märchen von den Massenvernichtungswaffen im Irak musste für die amerikanische Öffentlichkeit nur so lange aufrechterhalten werden, bis der Krieg Realität war.

Auf einem ganz anderen Blatt steht, ob es langfristig zum eigenen Vorteil gereicht, so zu manipulieren.

Vermutlich macht die Komplexität der Welt Manipulationen sogar einfacher als früher, weil die Leute eher auch die unwahrscheinlichsten Dinge glauben oder glauben möchten.
gruber - 14. Aug, 14:33

Nicht im Strafgesetzbuch

Die Verfolgung geschieht meines Wissens nach nicht durch einen "Holocaustparagraphen", sondern normalerweise aufgrund von §130 StGB (Volksverhetzung) und §189 StGB (Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener). Der Umgang mit dem konkreten Delikt ergibt sich dann aus der ständigen Rechtsprechung und dem zugehörigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 13. April 1994.
Die genauen Opferzahlen werden sich wohl nie genau bestimmen lassen, aber über die Größenordnung gibt es wohl keinen Zweifel. Es kann keine Rede davon sein, daß Pogrome jenseits des Holocaust nicht erforscht, dokumentiert und öffentlich publiziert würden, aber sie ändern nichts an der Größenordnung. Ich empfinde es auch als hart an der Grenze, wenn man andeutet, daß das so sein könnte.
Peter Schallmoser (Gast) - 16. Aug, 21:50

Irene Dische lesen!

Interessante Übersetzung und Diskussion... Habe eigentlich erst von Irene Disches Kommentar im "Spiegel" über diesen Aufsatz von Gaarder erfahren. So wie es aussieht, kann ich Dische vollkommen zustimmen. Wie würden "wir" reagieren, wenn in unseren Hochzeiten oder Bushaltestellen die Attentäter "alle mitnehmen" wollten, oder wenn über unsere Grenzen Raketen flögen und in unseren Häusern einschlügen, die natürlich nicht von offiziellen Stellen verantwortet werden... Schließlich sollte man nicht vergessen, dass in den arabischen Staaten (Syrien, Irak, Iran, und sonst noch wer weiß wo) während und nach der Nazizeit viele Nazi-Ideologen und -Täter Zuflucht suchten und auch erhielten. Dische erzählt in ihrem Beitrag im "Spiegel" von Gesprächen mit Bürgern des Libanon, wo es mich innerlich friert...
Sicher muss einem nicht alles gefallen, was der Staat Israel so alles verantwortet. Auch müssen einen die jüdischen Gebräuche nicht unbedingt nachahmenswert erscheinen. Aber dass die Leute in Israel ein Recht darauf haben, sich ohne Angst in ihrem Land zu bewegen, gehörte für mich eingentlich zum Selbstverständlichsten der Welt, das für mich eigentlich nicht "verhandelbar" ist. Schlimm genug, dass die arabischen Nachbarn es nach mehreren Jahrzehnten zum Teil noch nicht geschafft haben, aus eigener Kraft "aus dem Dreck zu kriechen" und dafür dann Israel oder die Juden verantwortlich gemacht werden.

Gregor Keuschnig - 17. Aug, 10:45

Der Artikel...

ist mir ehrlich gesagt zu teuer. Wenn das, was hier zu lesen ist, typisch sein soll, dann scheint mir die Autorin in die üblichen Reflexe zu verfallen. Wenn sie ernsthaft glaubt, dass Gaarder sich nur an seinem Hass abgearbeitet hat, käme das einer intellektuellen Bankrotterklärung gleich.

Natürlich haben die Leute in Israel (die Staatsbürger) ein Recht, in Frieden zu leben. Das haben aber beispielsweise Palästinenser und Libanesen auch. Den Konflikt löst man nicht durch stetige völkerrechtlich fragwürdige Besiedlung oder Errichtung einer Mauer oder Entführung gewählter Politiker oder die unverhältnismässige Bombardierung ziviler Infrastruktur.

Was Ihre letzte Bemerkung angeht, so gestatten Sie mir vielleicht die saloppe Formulierung: Zuviel Enzensberger gelesen?
gruber - 17. Aug, 14:42

Anti-Arabischer Rassismus

Die Feststellung, daß die arabischen Nachbarn Israels es nicht schafften, aus dem Dreck zu kriechen, trieft vor Rassismus und ist schwer auszuhalten - insbesondere im Kontext der gegenwärtigen Ereignisse, in dem die Libanesen von Israel gerade erst wieder (zum zweiten Mal) in den Dreck hinein gebombt wurden.
Rechnest Du auch die Palästinenser, deren fragmentarische Infrastruktur geradezu routinemäßig pulverisiert wird, zu den schmutzigen, herumkriechenden Arabern?

Wie würden "wir" reagieren, wenn in unseren Hochzeiten oder Bushaltestellen die Attentäter "alle mitnehmen" wollten, oder wenn über unsere Grenzen Raketen flögen und in unseren Häusern einschlügen, die natürlich nicht von offiziellen Stellen verantwortet werden...
Wie würden wir reagieren, wenn unsere Hochzeiten und Bushaltestellen und Wohnhäuser von F16-Kampfflugzeugen bombardiert würden, die natürlich von offiziellen Stellen verantwortet werden? Mir scheint jeder Versuch, den Terror der Hisbollah und den Terror der IDF gleichzusetzen, zum Scheitern verurteilt.
An Peter Schlampenfott (Gast) - 24. Jun, 22:38

Pass auf was du sagst

Du und ganz Israel seid Dreck! Ihr Miststücke werdet früher oder später noch leiden!! so wie Libanon leiden musste.
Das könnt IHR HUNDE glauben!!!!
Amusand (Gast) - 23. Aug, 12:36

Die Geschichte wiederholt sich!

Er ist der Sokrates des 21. Jahrhundert und will zum Scherlingsbecher greifen. Lebe wohl.

Warum (Gast) - 27. Aug, 02:43

Warum?

Es gibt keinen Christenstaat.
Es gibt keinen Muslimstaat.
Amerika ist groß.
Warum gibt es eine Judenstaat?


Stop NAZIonism!
gruber - 27. Aug, 23:12

Weil...

...das Judentum zwar eine Religion ist, die Juden jedoch ein Volk sind - im Gegensatz zu den Christen und den Moslems. Das Judentum ist auch nicht Staatsreligion - ebensowenig wie das Christentum in Deutschland Staatsreligion ist, und anders als im Iran der Islam Staatsreligion ist. Um jüdisch zu sein, ist es theoretisch notwendig, eine jüdische Mutter zu haben; für die israelische Staatsbürgerschaft ist jedoch auch ein jüdischer Vater hinreichend. Natürlich gibt es auch nichtjüdische Israelis.

Israel ist nicht das einzige Land, bei dem die Zugehörigkeit über "Blut" bestimmt wird - für Deutschland ist das auch so. Zu Zeiten des biblischen König David haben die Juden Palästina schon einmal erobert - danach gab es für mehrere Generationen ein jüdisches Königreich. Dieses Reich wurde dann jedoch abwechselnd von Römern, Osmanen und Kreuzzüglern erobert; ein Teil der Juden blieb dort leben und ein anderer wurde über die Welt verstreut. Besonders in Europa waren die Juden jedoch Diskriminierung und sogar Verfolgung ausgesetzt (siehe: Antisemitismus). Das gab der Idee, ein eigenes jüdisches Heimatland zu erlangen (Zionismus) starken Auftrieb. Die zionistische Bewegung faßte eine ganze Reihe von möglichen Weltgegenden ins Auge. Dass die Fraktion der Zionisten, die sich für ein "biblisches" Israel stark machte, sich durchsetzte, lag u.a. daran, dass die Briten ihre Nahostkolonien sowieso nicht halten konnten, und die westlich dominierten Vereinten Nationen unter dem Eindruck der entsetzlichen Verbrechen der Deutschen an den Juden einer jüdischen Staatsgründung (gegen den Widerstand vieler arabischer Staaten) zustimmten.
Auch wenn man zugesteht, dass die Zionisten die Gründung teilweise mit Terrorakten gegen die Briten und die arabische Bevölkerung vorantrieben und in der letzteren auch späterhin viel Unrecht widerfuhr, kann man die Idee der völkischen Überlegenheit, die von den Nazis propagiert wurde, und den Zionismus auf keinem Fall gleichsetzen. Die Nazis sahen sich als Führung einer zur Weltherrschaft ausersehenen Rasse und brachten im Namen dieser Idee letztlich ca. 50 Millionen Menschen um (mehr als 10% davon Juden). Selbst die fragwürdigsten Aktionen der israelischen Regierungen (einschließlich der Vertreibungen, der Besatzung, den Annexionen, der politischen Morde und des Genozids von Sabra und Shatila) lassen sich in Absicht und Umfang damit absolut nicht vergleichen (was für den einzelnen Ermordeten natürlich keinen Unterschied macht).
Gegen Israel (Gast) - 24. Jun, 22:26

Israel soll es einsehen!

Gaarder hat nicht übertrieben! Er hat sogar UNTERTRIEBEN! Ihr seid so lächerlich Israel in Schutz zu nehmen hahaha.
Ihr habt doch überhaupt garkeine Ahnung was da vorgeht, also könnt ihr auch garnicht so eine Scheiße hinschreiben!!
Wie wäre es, wenn die USA EUCH einfach so eingreift und über 100000 von Menschen grundlos ERMORDET!?? Und wie wäre es, wenn jemand aus EUREN Familien mit umgekommen wären?? Hahaha ihr könnt mir nicht sagen, dass ihr darüber glücklich wärt und es alles aus "Politischerseite" sieht... Denkt erstmal nach bevor IHR über die MUSLIMS urteilt!!!! Ich selber bin Deutsche, aber ich war schon oft mit meiner LIbanesischen Freundin im LIbanon... Und wir haben sogar 2006 den verdammten Krieg "Tamus" miterlebt. Das war das schlimmste was mir je im Leben passiert ist, allein schon auf was für eine Art sie Krieg führten, obwohl Israel genau sieht, dass Libanon keine Chance hat!! Das Land ist klein genaug. Und so friedlich. Lasst die Menschen dort in frieden Leben. Israel will auch nicht von einem VIEL größerem Land bomberdiert werden und das tausende "unschuldige" Israelis sterben müssen!? Oder!?
Jana (Gast) - 10. Sep, 19:35

Übersetzung...

Was für eine grauenhafte Übersetzung! Absolut dilettantisch. Kein Wunder, dass dann solche Kommentare kommen.
Gaarder ist weder Rassist noch Antisemit. So etwas in die Welt zu setzen, grenzt schon fast an Rufmord. Allen, die jetzt so schlau daherreden, sei einmal Gabriele Haefs Artikel in der bz als Lektüre zu empfehlen.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0810/feuilleton/0010/index.html

Köppnick - 10. Sep, 20:53

Es ist mir nicht ganz klar,

warum die Übersetzung "absolut grauenhaft" sein soll. Jedenfalls bietet sie meiner Meinung nach keine Grundlage dafür, Gaardner Antisemitismus vorzuwerfen. Die literarische Sprache ist deutlich zu bemerken.

In Grubers Text steht, dass er seine Übersetzung von der englischen Übersetzung des Simon-Wiesenthal-Zentrums abgeleitet hat. Ich nehme an, dass Gruber sehr sorgfältig übersetzt hat. Er spricht die Problematik der Übersetzung in seinem Text auch direkt an. Dein Vorwurf der grauenhaften Übersetzung ginge dann an das Simon-Wiesenthal-Zentrum weiter.

Gabriele Haefs hat bestimmt direkt aus dem Norwegischen übersetzt, siehe den Wikipedia-Eintrags über sie, sie wird dort ausdrücklich als "literarische Übersetzerin" bezeichnet. Allerdings ist der BZ-Artikel auch keine 1:1-Übersetzung.
gruber - 10. Sep, 23:26

Gabriele Haefs Übersetzung

Ja, ich gebe zu, dass die Übersetzung eine sprachliche Scheußlichkeit ist. Es schien mir nötig, die Schönheit der Genauigkeit zu opfern; es geht nicht um Literatur, sondern darum, was Gaarder gesagt hat. Ich habe zwei verschiedene englische Übersetzungen als Grundlage genommen. Der kurze Auszug, der in der BZ veröffentlicht wurde, gibt Gaarder nicht wortgetreu wieder.
Jana (Gast) - 11. Sep, 10:48

Übersetzung

Der Artikel von Gabriele Haefs in der bz sollte auch keine Übersetzung sein. Eine genaue Übersetzung liegt bereits vor- Gaarder hat sie allerdings für die Veröffentlichung (noch) nicht freigegeben. Vor diesen "Übersetzungen von der Übersetzung..." sollte man sich besser hüten. Da geht doch einiges verloren.
gruber - 11. Sep, 15:30

Autorisierung

Vermutlich ist auch die Übersetzung des Simon-Wiesenthal-Zentrums, aus der meist in der englischsprachigen Presse zitiert wird, nicht von Gaarder autorisiert worden. Da jedoch die beiden englischsprachigen Übersetzungen fast deckungsgleich waren, dürften sich die Ungenauigkeiten in Grenzen halten.
Ich habe, trotz vielleicht naheliegender Skepsis, nicht den Eindruck gehabt, dass die Übersetzer des Simon-Wiesenthal-Zentrums den Text deutlich verzerrt haben.

Ich habe den Text hier nicht übersetzt, weil ich meine, das besser machen zu können als Gabriele Haefs oder sonst jemand, der norwegisch spricht, sondern einfach deshalb, weil es keine deutsche Übersetzung gab, und der Text heftig debattiert wurde. Ich fand den Zustand, dass hierzulande alle Welt einen Beitrag diskutiert, der überhaupt nicht vorliegt, unerträglich. Übrigens hat sich dieser Zustand soviel ich weiß noch immer nicht geändert. Eine vorläufige Übersetzung ist deshalb besser als gar keine.

Ich möchte Dich herzlich einladen, an dieser Stelle eine exaktere Übersetzung aus dem Norwegischen einzufügen. Ansonsten verstehe ich beim besten Willen nicht, was Dich so ärgert.
Gregor Keuschnig - 21. Sep, 21:13

Blödsinn

Grubers Übersetzung aus dem Englischen ist nicht "grauenhaft". Sie ist m. E. problematisch, wo "state" mit "Staat" übersetzt wird, was aber nicht anders möglich ist, wenn man nicht weiss, was Gaarder mit "state" tatsächlich meinte. Im Thread hier sind kaum Kommentare, die Gaarder Antisemitismus vorwerfen. Wenn der Autor keine autorisierte Übersetzung vorlegt, dann muss er sich nicht über Fehlinterpretationen wundern, zumal in keinem deutschsprachigen Printmedium (geschweige denn im Radio oder Fernsehen) eine adäquate Übersetzung vorliegt und veröffentlicht wird.

Bis dahin ist tatsächlich eine "homemade"-Übersetzung besser als gar keine. Denn bis wir alle norwegisch lernen, dauert es zu lange.
sasse (Gast) - 2. Mrz, 19:47

falsch verstanden

Meiner Meinung nach wird Gaarder falsch verstanden. Ich bin bekenntnislos und somit auch eher eine neutrale Person. Beim lesen der meisten Bücher von Gaarder ist mir nichts antisemitisches aufgefallen und vor allem finde ich auch, dass sich dieser Text zwar leicht so anhört, wenn man mit der Art Gaarders nicht vertraut ist. Er prangt doch eher die Politik an, also die Religion. Doch wenn sich die Politiker auf eine religiöse Legitimation beziehen, muss man vor allem darüber sprechen.
Ich finde Gaarder hat Recht. Ein Land oder eine Gruppe von Menschen die sich auf eine Religion berufen und in ihrem Namen Morde begehen, kann man nicht akzeptieren. Das ist gegen alle Vernunft! Vor allem bezieht sich Gaarder eben nur auf diese Menschen, nicht auf die Zivilbevölkerung.
Die Zivilbevölkerung betrauert er und hofft, dass sie in den Nachbarländern aufgenommen werden.
Wer das nicht richtig versteht muss blind sein.
Wenn Jostein Gaarder auf Grund eines solchen Artikels Probleme bekommt und Kontroversen über ihn laufen, kann ich die Leute nur bedauern.
Wer einen wirklichen Antisemiten hören will, soll sich die Reden von G. W. Bush anschauen, oder vieler andererPolitiker, ungeachtet ihrer Abstammung.
Wer kein Sakasmus versteht und Ironie sogar dann nicht sieht, wenn sie ihm ins Gesicht springt, der sollte sich nicht in der Lage fühlen, darüber zu urteilen und vor allem Menschen zu verurteilen.
Denn auch Vorurteile über einen Menschen, den man nicht kennt, oder über den man nicht einmal etwas weiß, sind nicht nur schahmlos und erbährmlich sondern auch Diskriminierung!

Rainer (Gast) - 10. Jun, 15:13

Ich musste den Text von Gaarder mehr mals durchlesen.
Ich habe alle seine Bücher gelesen.
Anfangs war ich entsetzt über seine Texte...
Nun im nachhinein.
Ich muss sagen er hat völlig recht.
Am anfang spricht er die Politik an...
nun gelang er zum schluss in die Religion.
Wieso?
Ich denke das es auch zeigt, das Israel politisch die Religion nutzt um,
tja...
um seine taten zu legitimieren und so zusagen sich dabei ein schutz damit aufbaut,
damit Israel sagen kann dieser Mensch oder dieser Staat ist Antisemitistisch.
Wenn wir in der Stammkneipe über Israel äussern, und das meisst auch nicht sehr Positiv.
Ist dies antisemitistisch?
Wieso sollte ich Antisemitistisch sein, wenn ich sage, das was Israel macht ist nicht legitim (ich nehm hier ein sehr neutrales Wort).
Ihr kennt die sprachen am Stammtisch.
Wenn man Israel sagt, meint man nun die Religion, das Volk die Politik?
Die Juden, (da haben wir es), eine Frage.
Welches hat nun nicht mit Religion zu tun...
Israelis, Juden, Zonisten?
Erweisst sich dies nicht als schwierig, Die Politik von Israel zu kritisieren.
Ist es nicht das auf was Jostein Gaarder hinaus will?
Wir sind nun so tief im Labyrinth, das man kein ausweg mehr findet.
Und er schreibt es nun hart, das wir aufwachen.
Und wir haben ein UNO, wo snd da die Menschenrechtler?
Aber was will man von denen erwarten, wenn sie auch von USA beobachtet werden.
Ich seh seine Texte Philosophsch, und man sollte einiges hinterfragen.
Ist genau das was er bezwecken möchte

animus (Gast) - 8. Jan, 04:42

Gaarder hat Recht!!!

Ich muss mich gaarder anschließen in allem.
tja...
Die Menschen sollten doch langsam aufwachen und sehen das die Zeit des Nazionalsozialismus vorbei ist und das man Israel, Juden, Zionisten etc genauso kritiseiren darf kann und auch soll in diesem Falle ja sogar muss!!!
Israel tritt die Menschenrechte mit füssen.
Eines müssen die lernen:
Kritik vertragen!
Israel ist kriegssüchtig und begeht ständig fortwährend Menschenrechtsverletzungen.
Peter Fürst (Gast) - 7. Aug, 17:53

Was für ein Simpel

Man sollte doch nicht jeden Erguss eines "Simple Mind" zum Weltuntergang heraufstilisieren Jostein Gaarder ist ein moralisch kostümierter Trottel!

Jacob (Gast) - 30. Aug, 20:44

LANG LEBE ISRAEL!!!

Der Vorwurf, Juden wären selbst schuld daran, dass man sie hasst, ist zumindest in Bezug auf Israels Staatsgründung meines Erachtens gewissermaßen zutreffend, allerdings keineswegs im negativen Sinn. Das möchte ich kurz erklären. In muslimischen Ländern lebten Juden (ähnlich wie Christen) jahrhundertelang in relativer Toleranz, allerdings als Menschen zweiter Klasse (”dhimmis”). Vor etwa hundert Jahren wagten es dann einige Juden, diese “natürliche” Ordnung auf den Kopf zu stellen, sich von dem Joch allmählich zu befreien und am Ende sogar einen eigenen Staat zu gründen – und zwar nicht irgendeinen Staat, sondern einen Staat mitten unter arabisch-islamischen Staaten.

Aus islamischer Sicht waren diese Vorgänge eine ungeheure Anmaßung. Nicht ohne Grund lautete 1929 der arabische Schlachtruf: “Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde.” Ich könnte noch hinzufügen: “Und Hunde können keinen eigenen Staat haben.” An dieser Auffassung, die letztlich die Vernichtung des zionistischen Staates anstrebt, hat sich bis heute nichts geändert. Heute lautet das Denkmuster hinter dem palästinensischen Terror nicht etwa: “Beendet die Besatzung und behandelt uns wie Menschen!”, wie es viele westliche Kuschelpädagogen, die Israel/Palästina nur aus den Medien kennen, glauben – das entspricht eher dem, was viele junge Israelis der Post-1967-Generation für die Palästinenser forderten -, sondern immer noch und unverbesserlich: “Die Juden sind unsere Hunde, und Hunde können keinen eigenen Staat haben!”

Die Juden haben also damit, dass sie sich schlicht weigerten, weiterhin Sklaven und Untertanen zu sein, eine ungeheure Anmaßung begangen und sich damit den Hass der islamischen Welt zugezogen. Ich kann dazu nur sagen: Lasst sie ruhig hassen!!! Ihr unverbesserlicher Hass ist genauso dumm, wie die naive “israelkritische” westliche Berichterstattung. Es gibt schlimmeres als Hass – Feigheit zum Beispiel oder selbst gewählte Sklaverei. Niemals darf sich Israel feigen Terroranschlägen beugen, die eh nur die Argumente derer sind, die gar keine Argumente mehr haben.

In einer Zeit, in der es mittlerweile zum guten Ton gehört, Israel zu verdammen und die Mär "von den ehemaligen Opfern, die nunmehr zu Tätern geworden sind", zu verbreiten, kann Israel auf "Freunde" wie Jostein Gaarder gut und gerne verzichten. Israel mag - wie alle Länder der Welt - seine Fehler und Defizite haben. Es mag auch schon mal von unklugen Politikern regiert werden. Ungeachtet dessen ist Israel, trotz seiner Fehler und Defizite, die einzige Demokratie und der einzige Rechtsstaat des Nahen Osten, in dem sogar Araber deutlich mehr Rechte haben als in allen arabischen Staaten dieser Erde.

Ich hoffe bloß, Israel wird sich nicht dem außenpolitischen Druck beugen und erneut "Friedens"gespräche mit seinem Feind suchen, der alles, nur nicht den Frieden will. So lange die Palästinenser stur bleiben, Israels Existenzrecht nicht anerkennen und eine Führung wählen, die den Krieg bis in alle Ewigkeit fortführen will, werden sie eben leiden. Vielleicht sehen sie eines Tages von selbst ein, dass sie sich damit nur selbst schaden.

ISRAEL, DU BIST NICHT ALLEIN!!!

FUCK HAMAS!
Israel muss vernichtet werden (Gast) - 24. Jun, 22:34

Israel muss nieder gemacht werden

Wir reden nicht vor 100 Jahren sondern HEUTE!
sieht doch einfach ein dass Gaarder Recht hat!!!
Oder wartet.... Das könnt ihr ja garnicht. Ihr seit ja Israel angepasst und könnt es NICHT EINSEHEN hahahaha
Edda Sörensen (Gast) - 3. Jun, 14:00

Und heute? Mai 2010?

Und wie würden wir heute, nach dem Angriff Israels auf die Friedensflotte über Gaardners Statement urteien? Diesesmal ist ein anderer skandinavischer Autor mit an Bord:
Henning Mankell

tzso (Gast) - 11. Aug, 15:14

Ich muss mich gaarder anschließen in allem.
tja...
Die Menschen sollten doch langsam aufwachen und sehen das die Zeit des Nazionalsozialismus vorbei ist und das man Israel, Juden, Zionisten etc genauso kritiseiren darf kann und auch soll in diesem Falle ja sogar muss!!!
Israel tritt die Menschenrechte mit füssen.
Eines müssen die lernen:
Kritik vertragen!
Israel ist kriegssüchtig und begeht ständig fortwährend Menschenrechtsverletzungen.
Tune Bikeparts

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tzso (Gast) - 11. Aug, 15:14

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