Schaum der Tage

Dienstag, 28. März 2006

Und wieder hat niemand ein Backup.

Der größte SF-Visionär, Futuruloge, Kybernetikpropagandist und Robotermärchenerzähler der Neuzeit ist fort. Sieht man sich jenseits der Singularität wieder? Link.

Update am 28. 3.: Nachwort auf Heise Online.

Freitag, 10. Februar 2006

Überraschende Argumentationsstrategien

Gestern im Seminar: wir debattierten die computationale Theorie des Geistes und fragten uns, welche Parallelen in ihrer Ablehnung zum Umgang mit der Evolutionstheorie bestehen: sowohl in der Motivation ihrer Ablehnung (Entzug der Grundlage für bestimmte kulturelle Werte) als auch in den Argumentationsstrategien.

"Welche Argumente sprechen gegen die computationale Theorie des Geistes?" - "Wie lassen sich diese Argumente erkenntnistheoretisch aufrechterhalten?" - Spannende Fragen!
"In den USA hängt eine Mehrheit dem Kreationismus an. Wie schaffen diese Leute es, sich argumentativ gegen die Evolutionstheorie zur Wehr zu setzen?" - Eine Weile fliegen Vorschläge durch die Luft, die sofort mit den bekannten Gegenargumenten entkräftet werden: "Missing Links", empirische Beobachtbarkeit, irreduzible Komplexität. Schließlich meldet sich eine amerikanische Studentin zu Wort: "You know, all my family are creationists. They don't need these arguments. They would never feel a need to get down to arguments. It's that simple: you disagree, they slap you."

Wow. Das hatte ich total vergessen - aber es stimmt. So funktioniert Diskurs außerhalb des Elfenbeinturms...

Mittwoch, 1. Februar 2006

Schlappohren

Man müßte Schlappohren haben. Schön wuschelig befellt. Ich stelle mir vor, wie eindrucksvoll es sein könnte, den Kopf zu schütteln, etwas vornüber geneigtes, kräftiges, schwungvolles Tilten: flap flap flap - und die Fliegen kann man so auch verscheuchen.

Freitag, 28. Oktober 2005

Traumrepräsentationen

Im Seminar behauptet der vortragende Student, eine rennende Melone sei nicht vorstellbar. Und das Publikum gibt ihm auch noch recht!

Im letzten erinnerten Traum wandelte sich die durchlebte Geschichte in folgender Weise: M. und yours truly hatten gerade den Perimeter des japanischen Reispapiertempels, den wir bewohnten, mithilfe eines Mikrowelleninterferenznetzes mit einem undurchdringlichen und sorgfältig die Außenwände nachformenden (oh, das geschieht wenn man vor dem Einschlafen NURBS-Surfaces modelliert) Todesfeld umgeben, das die Assassinen, die das Prokariontische (!) Regime gegen uns auszuschicken nicht müde wurde, recht zuverlässig abgewehrt hätte... papierne weiße Wände... papierne rote Wände, Stoffbahnen, Licht aus üppigen Lüstern, eine breite Treppe zur Dachterasse, oben eine rauschende Abendgesellschaft unter den fünf sichtbaren Spiralarmen der Milchstraße. Nebel stiebt im Wind, die Luft funkelt feucht. M. ist heute hochgewachsen und trägt einen Katzenkopf auf den Schultern, sie raucht, während ich, meinen Mantel gegen die Nachtfeuchtigkeit um mich ziehend, aus dem achträdrigen retromodernen Wagen steige. Der Chauffeur nickt und entschwindet mit dem Fahrzeug, die Rücklichter ziehen einen Schleier. Ich bin in der dritten Person, und höre mich fragen, wo der Phirialis- und der Noros-Arm jeweils abgeblieben sind (bekanntlich der fünfte und sechste Arm der am Nachthimmel sichtbaren Galaxis). M. (die nicht ich ist, aber ich in der ersten Person in ihr) antwortet mir zweifelnd und indigniert: "Oliver... die Vereinigung der Arme fand vor Monaten statt. Sie hat den Besuch der Äußeren Gäste überhaupt erst möglich gemacht." Sie hat natürlich recht - das Bankett wimmelt von Äußeren Gästen, noch immer steigen welche aus ihren metallisch-blau glänzenden Stabschiffen und schieben ihre langen, gebogenen Fangbeine elegant über die weite Dachterasse in Richtung der erleuchteten Tische. M. ist noch nicht befriedigt und stellt fest, ich sähe um Monate zu jung aus, vermutlich sei ich nicht richtig "gefügt", aber sie läßt es dabei bewenden, faßt mich unter, stößt ihren Katzenkopf an meinen Katzenkopf und schiebt mich zur Treppe zurück, die diesmal geradewegs zum Mensatest führt. (Ab hier wird der Traum langweilig, weil ich Mathematikolympiadenaufgaben lösen soll, darüber teilweise luzide werde und die Gelegenheit nutze, geometrische Transformationen auszuführen. Das Resultat ist erschreckend: offenbar ist der IQ auch bei luziden Träumen weit im Keller, zugunsten der Assoziationsfähigkeit.)

Rennende Melonen. Pah.

Samstag, 15. Oktober 2005

Marmite?!

Marmite - das ist ein schwärzlich-klebriges, unwahrscheinlich ekelhaftes Stinkzeug, das von den Füßen australischer Farmer gewonnen wird, wenn diese (was angeblich nur aller vier Jahre geschieht) die Gummistiefel wechseln. Bis jetzt war mir völlig rätselhaft, wozu Marmite gut sein soll. Aber anscheinend gibt es down under spezifische Anwendungszwecke. Wie mehrere respektable Presseorgane verlauten lassen, gelingt es damit, neuseeländische Katzen von Bäumen zu verjagen.
Besagtes Exemplar saß eine geschlagene Woche auf einer Palme in Napier und entnervte die Ortschaft mit ihrem Geheul soweit, daß man beschloß, sie gegen ein Kopfgeld von 400 NZ$ herunterzuschießen (weder Schütteln noch Zureden oder gebündelte Wasserstrahlen hatten funktioniert). Ob es wirklich humaner war, sie mit einem (von einer Feuerwehrleiter aus) unter ihrer Nase geschwenkten Marmitesandwich vom Ast torkeln zu lassen?

Dienstag, 11. Oktober 2005

Abschiede

Das Schöne, wenn man einem Uni-Institut arbeitet, sind die klugen Studenten, die man über einige Semester hinweg kennenlernt. Schade, wenn sie davonziehen, in ihre jeweiligen Heimatländer (Australien, z.B.), oder ins nächste Land (Puerto Rico, z.B.). Verdammte, glückliche Kosmopoliten. Cliodhna, ich werde Dich vermissen. (kinda harsh to visit one of those hoppy-bunny-blogs over at yayhooray and be bluntly told by their standard box: "cliona is not your buddy and is not online." shit. what about "and btw. nobody loves you, loser"). Wer sitzt jetzt abends am Kamin, oder fröstelnd in eine Decke gehüllt beim Frühstück im Garten und zankt sich mit mir über Fodor und Funktionalismus? Mario? Eva? - Alle weg.

Montag, 10. Oktober 2005

In den Westen fahren

Wundervoll. Ich bin wieder im Westen. Geliebtes Osnabrück, Insel der Seeligen, Ort meines Broterwerbs. Vor meinem Fenster rankt sich herbstroter Wein, in der Küche stehen eine tönerne Katze, Gummibärchen und Chianti von der neuen Mitbewohnerin. Die alte Mitbewohnerin, eine sonnige Exkommunardin, hat den Flur mit neuen Bildern von Enten und künstlerisch abgebildeten Frauen behängt, begrüßt mich stürmisch und wir schwärmen einander von der Liebe im Sommer vor. Die große Spinne in der Zimmerecke hängt leider verhungert in ihrem Netz.

Die Luft ist klar und kühl.

Subcomandante Merkel, unsere geschmeidige und verlogene kleine FDJ-Sekretärin, ist weit fort. Irgendwo in der Heimat herzt sie Volker Kauder und muß Münteferings Aftershave ertragen.

Sonntag, 9. Oktober 2005

Der Mensch ist ein trauriges Tier, das sich kämmt.

Was ist es, das Mensch und Tier unterscheidet? - Intellekt, Sprache, oder das Lachen?

Pustekuchen. Der Mensch ist ein trauriges Tier, das sich kämmt. Was uns ausmacht, ist Technologie - wir gebrauchen Werkzeuge in fortwährend neuen Zusammenhängen. Kämmwerkzeuge und Denkwerkzeuge. Wir kämmen unsere traurigen Gedanken. Und unsere frohen.

Technologie ist ein kurzes Wort für Kultur der Progression. Jener Teil der Kultur, der nicht auf Reproduktion vorhandener Strukturen, sondern die Eroberung neuer Horizonte (nicht notwendigerweise geographischer, wissenschaftlicher oder gar ökonomischer Natur) zum Gegenstand hat.

Lebensfunktionen

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